NAGLFAR - Cerecloth

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VÖ: 08.05.2020
Bandinfo: NAGLFAR
Genre: Black Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Satte 8 Jahre haben sich NAGLFAR seit dem soliden aber leider etwas farblosen „Téras“ (2012) Zeit gelassen. Unter diesem Gesichtspunkt könnte man „Cerecloth“ (übersetzt: Leichentuch) durchaus als Comeback-Album bewerten, obwohl sich die Band zwischenzeitlich nie aufgelöst hatte. Angesichts des bisherigen Schaffens der Gruppe bin ich sicherlich nicht der Einzige, der gespannt auf NAGLFAR anno 2020 wartet.
 
Ohne Umschweife beginnt „Cerecloth“ als hätte es die achtjährige Pause nie gegeben. Alle klanglichen Trademarks der Gruppe finden sich sofort wieder: Wie kaum eine andere Band schaffen es NAGLFAR simultan brutale Raserei, aber auch eine filigrane Melodik zu entfachen, die immer wieder durch strukturierende Breaks oder Leads unterbrochen wird und die wiederholt gerne kurz im gedrosselten Tempo, von peitschenden Grooves angetrieben, verweilt. Als wäre diese Mischung nicht schon verführerisch genug, wird das Ganze zur Krönung bei Bedarf stilsicher mit Gitarrensolos garniert, die mal im breitbeinigen Rockstar-Stil („Horns“) oder auch melodiös episch ausfallen („The Dagger Of Creation“). Diese Beschreibung mag dem geneigten Hörer bekannt vorkommen und das völlig zu Recht. Innovation sucht man auf „Cerecloth“ vergeblich, denn hier regiert ohne Frage klangliche Evolution mit harter Hand. Angesichts der kompositorischen Brillanz der neuen Stücke ist das eher unspektakuläre und rückwirkend doch relativ blasse „Téras“ schnell vergessen.
 
NAGLFAR knüpfen nahtlos an alte Glanztaten an. Wer die Gruppe durch Klassiker wie „Vittra“, „Sheol“ oder „Pariah“ kennen und lieben gelernt hat, wird von „Cerecloth“ sicherlich nicht enttäuscht. Dermaßen frisch hat man NAGLFAR seit über einer Dekade nicht gehört.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Michael Walzl (06.05.2020)

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