MEAN MESSIAH - Divine Technology

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VÖ: 05.05.2020
Bandinfo: MEAN MESSIAH
Genre: Industrial Death Metal
Label: Slovak Metal Army
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Lineup  |  Trackliste

Die tschechische Band MEAN MESSIAH wurde genremäßig mal bei Industrial Death Metal eingeordnet, aber das entspricht nur einem Teil der Wahrheit. Bei Ihnen ist ziemlich viel Rhythmus und Melodie dabei und es wird experimentiert und mit Sounds, Gesang, Harmonien und Tönen gespielt. Insofern würde hier vor allem ein „progressive“ bei der Richtung dazu gehören, aber Progressive Industrial Death ist leider keine eigene Gattung.

Alleine beim Anhören des Openers muss man durch mehrere Rhythmuswechsel. Kein Wunder, der fast neun Minuten dauernde Song muss ja mit etwas befüllt werden, sonst wären es über acht Minuten Eintönigkeit. Nach einem Instrumental-Start und fast schon musicalartigen Chor-Parts folgt eine ordentliche Beschleunigung sowohl bei den Vocals (= Screaming, Gekreische, Growling) als auch den Gitarren und Schlagzeug. Der Stil kippt von Symphonic Richtung Thrash und Nu Metal. Powervolle Bässe und Drums pressen gewaltig durch die Lautsprecher, aber nicht bis zum bitteren Ende, nein. Das Ende wird nämlich wieder ruhig und zart.

„Divine Technoloy“ ist dann schon eher eine Paarung aus Death und Industrial. Jetzt geht es mit Double-Bass, fingerfertigen Soli und knackigen Riffs vom Anfang bis zum Ende, nur die Refrains klingen fast poppig und sind rund und schön und mit Hall hinterlegt. Eine recht krasse Mischung, die die Tschechen hiermit servieren. Auch beim „The Beast“ geht die Post ab. Das ist aggressiver Industrial Metal, wo aber auch wieder eigentlich nicht zum Gesamtbild passende melodische Keyboard-Takte eingespielt werden.

Mit Abweichungen zum bisherigen Gesamtbild startet „Blood Of Sirens – The Call“. Zuerst fast eine Art Elektro-Rock, wechselt der Sound nach einer Minute und man hört eine schaurige Unterlegung, Irrsinns-Speed am Schlagzeug und thrashigen Rhythmus. Die Vocals bieten alles: von schön gesungenem Chor-Refrain über Growling, Death-Geröhre bis hin zu Metal Screams. Und dann, nach fünf Minuten, gibt es einen harten Schnitt und wir hören zarte Instrumentalmusik. Es wird wohl der zarte Gesang der Sirenen sein, der uns bis zum Songende mit zarten Klängen verführt.
„Thorn“ sorgt anschließend dafür, dass es wieder kracht und die Dissonanzen die Harmonien überwältigen. Der vermehrte normale Gesang vermag den Song aber nicht auf die entspannte Seite zu ziehen, dafür sind die Gitarren und Drums zu aggressiv. Das gleiche gilt für „We Shout“, das ein Metal Kracher und absolut Moshpit geeignet ist sowie zum Mitgrölen anreizt. Ganz eindeutig ihre Version einer Metal-Hymne für das Album.

Mit „Za svetlem“ findet sich sogar ein muttersprachliches Stück auf "Divine Technology". Wieder mit dem Mix aus Rhythmus, Melodie und harten Klängen. Auch wenn es tschechisch ist, klingt es nicht schlecht und ist für unsere Ohren verdaulich und man findet schnell mal eine Passage zum Mitgrölen.

MEAN MESSIAH sind keine leichte Kost, weder für die harten Jungs (weil es gibt auch zart), noch für die durchschnittlichen Metaller (weil es ist sehr oft echt hart). Interessenten an harten Riffs und schnellen Drums sowie Growling, die auch über den Tellerrand schauen, werden aber mit "Divine Technology" einen Leckerbissen entdecken, der Vielfältigkeit, Können und Kreativität bietet. Die Tschechen sind es wert, angehört zu werden.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (07.05.2020)

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