SCHLACHTHAUS ZUKUNFT - Down To Heaven

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VÖ: 17.03.2020
Bandinfo: SCHLACHTHAUS ZUKUNFT
Genre: Extreme Metal
Label: Absolve Domine Records
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

2016 erschien das erste Album von SCHLACHTHAUS ZUKUNFT. „Absolve domine“ war bemerkenswert, hatte aber auch seine Schwächen (zum Review). Die zweite Platte „Broken Chords Of Doom“ war 2018 dann ein überraschendes Meisterwerk mit reichlich gesprochenen deutschen Texten und einer überwältigenden Stimmung (zum Review). Nun hat das eigenwillige SCHLACHTHAUS ZUKUNFT zum dritten Akt seines Extreme Metals geöffnet: „Down To Heaven“.

Es braucht nur wenige Sekunden in die harte Finsternis von „Down To Heaven“ hinein, um festzustellen, dass SCHLACHTHAUS ZUKUNFT hier kein zweites Kapitel des vorangegangenen „Broken Chords Of Doom“ öffnet. Auf die gesprochenen Parts in deutscher Sprache wird ganz verzichtet. Wohl aber finden sich die Elemente des bewegenden Klavierspiels und der mitunter fast sakral-spirituellen Entrücktheit wieder. Letztere tritt sogar in verstärktem Maße zutage und mischt sich mit dem polternderen, roheren, klassisch schwärzeren Tenor der ersten Platte „Absolve domini“.

Als Bild für dieses Werk kann ein verbitterter Mann mit wettergegerbter Haut dienen, der mit zu Kälte erstarrter Wut und der akzeptierenden Leere der allumfassenden Bedeutungslosigkeit in den Augen durch die steinerne, moosbewachsene Ruine einer alten Kirche geht – langsam, ernst, gewahr.

Das SCHLACHTHAUS ZUKUNFT ist Szinonem, der sich für die Alben mit verschiedenen Musikern umgibt. Diesmal sind Kévin Paradis und Emmanuel Dalle von BENIGHTED, das Multitalent Déhà von z. B. SLOW und Gitarrist Matthias Heller mit im Boot. Kévin war schon auf den vorangegangenen Alben zu hören, die auch schon von Déhà gemischt wurden.

Fazit:

„Down To Heaven“ ist ein starkes Stück schwarz- bis extremmetallischer Kunst, die jedoch die bis ins Mark gehende nihilistische Misanthropie des vorangegangenen Albums vermissen lässt. Auch die Kürze des Albums (eine knappe halbe Stunde inklusive eines DARKTHRONE-Covers) gehört zu den Kritikpunkten. Darüber hinaus und insbesondere, wenn man die Platte als alleinstehendes Werk ohne Vergleich zum sehr andersartigen Vorgänger wahrnimmt, ist die dritte LP von SCHLACHTHAUS ZUKUNFT äußerst hörenswerter Extreme Metal, der zu weit mehr als zu einem Hintergrund-Soundtrack einer Gewitternacht taugt. Der Gesang, die Komposition und die tiefe Schwere sind hervorhebenswert.

Voraussichtlich ab dem 15. Mai wird auch eine Vinyl-Version von „Down To Heaven“ zum Erwerb bereitstehen. Ein Erscheinen des Albums jenseits von Bandcamp (hier geht es zum Album) und Vinyl wird ausgeschlossen.

Um Missverständnissen in der Notenvergabe vorzugreifen, sei hier erwähnt, dass es sich bei einer 3,0 um eine gute, bei einer 3,5 und eine sehr gute und bei 4,0 um eine außergewöhnlich starke Platte in der Meinung dieses Review-Autoren handelt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Jazz Styx (02.05.2020)

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