ASHTAR - Kaikuja

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VÖ: 15.05.2020
Bandinfo: ASHTAR
Genre: Doom Metal
Label: Eisenwald Tonschmiede
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Lineup  |  Trackliste

ASHTAR haben mit ihrem ersten Album "Illmasari" bereits einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen, umso mehr freut es mich daher, dass mit "Kaikuja" nach fünf langen Jahren ohne Release endlich der Nachfolger des Schweizer Duos in den Startlöchern steht. Erscheinen wird die Scheibe bei dem, eigentlich für seine Black Metal Veröffentlichungen bekannten, deutschen Label Eisenwald Tonschmiede und das passt in dem Fall hervorragend, denn, soviel sei gleich vorab verraten, stilistisch darf man wieder ordentlich angeschwärzten Doom erwarten.

Die durchdringenden Vocals kommen bei ASTHAR von einer Frau und sind in Black Metal Manier hingerotzt. Generell spürt man auf "Kaikuja" die schwarzmetallischen Einflüsse deutlicher als auf dem Vorgänger, alleine der sehr gut abgestimmte Sound verleiht dem Ganzen eine gewollt rohe Atmosphäre und auch manche Gitarren-Riffs sind nah am traditionellen Black Metal der guten alten 90er. Auf den üblichen stark verzerrten Gitarren- und Bass-Sound hat man diesmal auf weiten Strecken verzichtet, was das Ganze noch ein wenig ursprünglicher wirken lässt. Generell ist das Album ein bisschen wie aus einer anderen Welt mit seinem Minimalismus und der hypnotischen Monotonie. Die vorab veröffentlichte Single "Aeolus" prescht mit Blastbeats voran und gibt bereits einen ganz guten Eindruck von der Marschrichtung irgendwo zwischen groovig, vernichtend und atmosphärisch.

ASHTAR leben in erster Linie von der beharrlichen Wiederholung in unbeirrbarem Down-Tempo, auch wenn das Album durchaus sehr abwechslungsreich gestaltet wurde und dadurch vergleichsweise wenig Gefahr mit sich bringt, langweilig zu werden. Getragene Melodien sind zwar rar gesät, doch wenn, dann intensiv und mitreißend ausgeführt. Hierzu hat man sich hie und da stilistisch ein bisschen bei den Kollegen im Funeral Doom und Atmospheric Black Metal bedient, was das Gesamtpaket definitiv nochmal aufwertet.

"Kaikuja" ist dunkler und roher als das Debütalbum. Man zeigt sich experimentierfreudiger und hat das Profil nachgeschärft. Insgesamt echt gut zu hören, passt zum Zeitgeist und ist doch recht einzigartig im Stil. Natürlich wird das nicht jedermanns Geschmack treffen, die ausdauernde Monotonie muss man schon mögen. Dennoch, der Spagat zwischen Doom und Black Metal funktioniert hier ausgezeichnet, und ich hoffe wir müssen nun nicht wieder fünf Jahre warten, bis das nächste Album erscheint.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Marlene Krempl (11.05.2020)

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