HAVOK - V

Artikel-Bild
VÖ: 01.05.2020
Bandinfo: HAVOK
Genre: Thrash Metal
Label: Century Media Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Thrashbuben HAVOK lassen mit "V" ihr bis jetzt ausgereiftestes und facettenreichstes Album auf die Allgemeinheit los und können sich einige Schlenker in Richtung ihrer Jugendhelden nicht verkneifen. Nein, zum Intro des Openers "Post Truth Era" werde ich mich jetzt nicht auslassen, sondern möchte darauf hinweisen, dass mir bei der Auseinandersetzung mit "V" auch gern eine andere Band mit "M" am Anfang durch die wirren Gedanken schwirrte. Aber alles schön der Reihe nach, gell.

"Post Truth Era" ist ein typischer HAVOK Opener mit einem starken Refrain und stimmt gut auf das Kommende ein. Es fällt auf, dass der Sound kompakt und differenziert aus den Boxen rollt. Die erste Überraschung ist "Fear Campaign" mit einem astreinen Speed Metal Riff und Mörderbreak. "Betrayed By Technology" kann man schon als Verneigung vor einer anderen Band mit "M" als Anfangsbuchstaben sehen. Die Nummer kommt aber um einiges giftiger im Geschrei daher. "Harvester Of.." hoppla, " Rituals Of The Mind" nimmt das Tempo aus der Platte und geiert mit lockerem heavy Hüftschwung durch die Botanik, bleibt aber austauschbar. "Interface With The Infinite" ist ein weiterer Midtempo Stampfer. Ziemlich heavy und intensiv das Teil. "Dab Tsog" ist ein kurzes rhythmisches Intermezzo und ist nicht der Name für einen Strand oder Kriegsschauplatz in Südostasien. Der Sinn der Nummer erschließt sich erst im folgenden "Phantom Force", welches wieder ordentlich das Gaspedal durchdrückt. Pfeilschnell und ordentlich giftig. "Cosmetic Surgery" ist nicht der Song über eingebaute Gedächtnisriffs, sondern ein typischer HAVOK Banger der im Umptempobereich angesiedelt ist. Kurz vor Schluss kommt bei "Panpsychism" die Frickelkeule zum Einsatz. Tonnenschwere Riffs treffen auf Slapping, treffen auf melodische Leads, interessant. "Merchants Of Death"  ist noch mal ein typischer HAVOK Thrasher, der nochmal mit Slapping und einem lässigen Riff daherkommt, bevor mit "Don't Do It" das Grande Finale der Platte heraufdämmert. Die Nummer dringt in Prog Gefilde vor und Herr Sanchez zeigt, dass er außer giftig schreien und sarkastisch näseln auch melodiös singen kann. Ein cooler und überraschender Abschluss.

Ist auf der letzten Platte, "Conformicide" die Verquickung von typischem HAVOK Geschredde und Frickelparts noch nicht so geglückt, kommt "V" um einiges vielschichtiger und vor allem homogener daher. Die Texte von David Sanchez sind auf jeden Fall den einen oder anderen Gedanken wert.  Auffällig ist der diesmal weniger prominente Bass, was mir persönlich ein wenig leidtut, da mir genau dieser Twist auf der letzten Platte gut gefallen hat. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Hannes Schuhai (28.04.2020)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Enslaved - Utgard
ANZEIGE