TEMPLE OF VOID - The World That Was

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VÖ: 27.03.2020
Bandinfo: TEMPLE OF VOID
Genre: Death/Doom Metal
Label: Shadow Kingdom Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Langwalze Nummer Drei von Detroits Finest TEMPLE OF VOID. 38 Minuten doomt sich der Musik gewordene Moloch knallhart, mal langsam und dann wieder sehr langsam durch ein erstaunlich eingängiges Songmaterial (Obacht: eingängig ist hier im Kontext des Genres zu verstehen - erwartet hier keine Speed Metal Eruptionen!).

Kann Death/Doom Metal zumindest für meine Ohren zeitweise peinigend sein, so sind die Amis mit ihrem aktuellen Werk durchaus nicht unspannend. Das liegt an der omnipräsenten Abwechslung die das Album durchzieht. Hier wird nicht nur Oma röchelnd zu Grabe getragen, hier wird Atmosphäre ganz groß geschrieben und ideenreich eingesetzt. 

Atmosphäre, die den zeitweilig glazialen Songs ein leichtes Post-Feeling verleiht. Klar, es werden ganze Gebirge in zeitlichem Original verschoben, aber immer wieder gelingt es TEMPLE OF VOID, Rifflandschaften leidenschaftlich in Szene zu setzen.

Soundtechnisch wurde hier wirklich alles richtig gemacht, heavy, transparent ohne anbiedernd modern zu sein und darüber thront die zwar eindimensionale, aber durchaus starke Stimme.

Das Problem ist natürlich, wie so oft im Death/Doom und eben auch bei "The World That Was", dass manche Songs deutlich zu lang sind. Manchmal verliert man etwas den Fokus ab der Hälfte der Tracks. Das mag jetzt daran liegen, dass ich das Review bei sommerlichem Wetter Anfang Mai 2020 schreibe, oder daran, dass das songwriterische Nudelholz zu oft zum Ausrollen der Tunes verwendet wurde. Da helfen auch die elektronischen Intermezzi und Effekte nichts, wenn das Ende kafkaesk nicht nahen mag, wird es etwas zäh. Wenn man dann noch ein MAIDEN-Finale an das Ende des Titeltracks hängt wird das beinahe etwas befremdlich.

Kein schlechtes Glazial-Metal-Album, die großen Aha-Erlebnisse bleiben aber aus.

 

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (05.05.2020)

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