PALACE - Reject The System

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VÖ: 03.04.2020
Bandinfo: PALACE
Genre: Heavy Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Teutonenstahl der alten Schule, ohne Wenn und Aber? Kommt sofort! Geliefert von den seit 1990 aktiven PALACE, die mit „Reject The System“ ihr zwischenzeitlich achtes Album aus der Taufe heben. Altersmilde sucht man bei dem Trio (Langzeit-Gitarrist Jason Mathias ist vor einiger Zeit zu unseren Lieblingsfreunden von CREMATORY abgewandert, denen er es nun mit dem Tieftöner besorgt) vergebens – im Gegenteil, scheinen die Speyerer Jungs es dem Wein gleichtun zu wollen, der bekanntlich mit dem Alter schon mal stärker werden kann. Und vor allem auch härter, denn das sind PALACE geworden. Es warten kantige Gitarren im besten ACCEPT-Stil, die ordentlich krachend ins Gebälk fahren.

Schon der Opener „Force Of Steel“ stellt mit angezogenem Tempo und starkem, einprägsamem Refrain scharf. In dieser Tonart geht es dann auch fast ausfallslos über das gesamte Album verteilt weiter. Stampfende Titel wie „Soulseeker“, das Medienkritische „The Faker“ oder „Valhalla Land“ mit galoppierenden Gitarrenduellen machen rundum Lust, ausgiebig die Mähnen zu schütteln. Am stärksten sind PALACE, wenn sie richtig kantig zu Werke gehen, wie in „Final Call Of Destruction“, das sowohl mit massigem Eröffnungsriff als auch in der Folge mit hämmerndem, deftig groovendem Gitarrengewitter überzeugen kann. HP's Stimme ist zwar trotz zweifellos vorhandenem Wiedererkennungswert nicht sehr abwechslungsreich (der German Tank lässt grüßen!), aber passt dennoch wie die Faust aufs Auge – lediglich bei den halb-cleanen Vocals in der Bridge merkt man schon, dass ein wenig der Druck dahinter fehlt. Dafür sind aber die sich duellierenden Gitarren immer wieder vom Feinsten – ursprünglich gab es ja zwei Axtmänner bei PALACE, den derzeit vakanten Leadgitarren-Posten übernahmen im Studio Kai Stahlenberg und Micki Richter (ATROCITY, LEAVES' EYES) und gaben dem Scheibchen nochmal ordentlich Druck mit.

Ein kurzer Durchhänger findet sich lediglich in der Mitte mit dem überlangen „Hail To The Metal Lord“, welches das Tempo etwas herausnimmt und mit einigen dezenten Keyboard-Arrangements einen epischen Anstrich suggeriert. Bis auf den langen Solopart bleibt der Titel aber eher unspektakulär. Dafür machen PALACE ab „Bloodstained World“ wieder das, was sie am besten können: Gaspedal durchdrücken und fett drauflos riffen! Überhaupt gibt es gegen Ende eine Zunahme der Aggressivität zu bemerken, was sowohl das kompromisslose „Legion Of Resistance“ und das kantige, wieder mit durchaus thrashiger Schlagseite einher kommende „Wings Of Storm“ beweisen. Mit dem kernigen Groover „No One Break My Will“ entlassen uns PALACE aus ihrem achten Album – von wegen, "im Alter wird man ruhiger"!

PALACE brauchen keinen unnötigen Ballast, hier regiert einfach nur der pure teutonische Stahl, eingängig und auf den Punkt komponiert. Das ist natürlich zu keiner Zeit originell, aber braucht es in dieser Darreichungsform, unterstützt von dicksten Sound-Eiern, auch gar nicht zu sein. Zu den stampfenden Titeln möchte man einfach nur wie in Trance die Matten (so noch vorhanden... der Joke wird auch irgendwann alt.) schwingen und die Faust mit dem nietenbewehrten Handschuh gen Himmel recken.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (29.03.2020)

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