VANISH - Altered Insanity

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VÖ: 27.03.2020
Bandinfo: VANISH
Genre: Progressive Power Metal
Label: Fastball Music
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Lineup  |  Trackliste

Wir kennen das ja – da veröffentlicht man mal ein Album und fährt gute Kritiken ein („The Insanity Abstract“ barg ordentliche Überraschungen), doch kaum ist es draußen – schwupps, sind schon wieder fast drei Jahre rum! Die Meute giert nach mehr, nach Neuem und die Verlockung ist groß, zur Überbrückung einfach irgendetwas schnell zusammengeklebtes ans Presswerk zu schicken. VANISH umschiffen die oft zum relevanztechnischen Untergang führenden Klippen bereits bekannten Materials gekonnt, indem sie eine Riege an Gastsängern aufbieten und so für einige spannende Experimente der neu gemasterten Titel sorgen.

Der massiv starke Opener „The Pale King“ vom letzten Album „The Insanity Abstract“ eröffnet auch diese EP, doch gesanglich tobt sich hier Alicja Mroczka mit kräftiger Rockröhre aus, ehe Sänger Bastian Rose später dazu stößt. Obwohl die Stimmen auf den ersten Höreindruck nicht so recht harmonieren wollen, erwachsen sich die Duett-Parts doch nach einigen Durchläufen zu einer höchst spannenden, dynamischen Kollaboration. Über jeden (gesanglichen) Zweifel erhaben ist das folgende „We Become What We Are“, in dem ein großartiges Vokalduell mit Tim „Ripper“ Owens (ex-JUDAS PRIEST, ex-ICED EARTH) die Aufmerksamkeit beansprucht und den stimmlich höheren Regionen für Gänsehaut sorgt.

Weil VANISH gerne experimentieren und ebenso gerne die eigenen musikalischen Grenzen ausloten, geht „Disbelief“ (genau wie die vorherigen Titel vom letzten Album stammend) in eine komplett andere Ecke. Neu-Gitarrist Ben Galser (GUIDE TO OBLIVION) packt hier seine Metalcore-Screams aus und gibt dem Titel damit einen sehr modernen Anstrich – ein spannendes Experiment, ihn den kraftvollen Power-Vocals von Bastian Rose gegenüber zu stellen, das zwar nicht so wirklich zünden vermag, aber ganz neue Seiten von VANISH aufzeigt, die neugierig auf neues Material machen.

Was VANISH aus dem DIO-Tribute „Heaven And Hell“ von BLACK SABBATH gemacht haben, zieht dem Hörer erneut den Erpelpelz auf – eine gefühlvolle, wahnsinnig eindringliche Ballade, in der Sänger Bastian erneut seine stimmlichen Qualitäten ins rechte Licht rückt. Als Schluss fungiert das vom 2014 veröffentlichten „Come To Wither“ entlehnte „The Grand Design“, das, etwas aufgehübscht, noch einmal die starke Kollaboration mit Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) in Erinnerung ruft.

Fazit: Man kann schon mal als Überbrückung und Appetizer eine EP mit bekanntem Material und einem Coversong herausbringen – wenn man das Ganze dann auch so wertig verpackt wie VANISH! Wo, wenn nicht auf so einer EP (die übrigens physisch bereits exklusiv auf ihrer kürzlich erfolgten Tour mit RAGE und SERENITY erhältlich war, digital erst jetzt Ende März erhältlich ist) kann man die musikalischen Möglichkeiten voll ausloten und nebenbei mit neuen Elementen herumprobieren, ohne gleich einen Entrüstungssturm zu verursachen? Genau hier! Und gerade die ungewöhnlichen Kombinationen sind es, die nachhaltig das Interesse schüren, was uns wohl auf dem nächsten Album erwarten mag?

Um es also mit den Worten eines bekannten TV-Sternchens zu sagen: „Hören sie sich ihnen das an!“

 



Ohne Bewertung
Autor: Anthalerero (25.03.2020)

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