CRYSTAL VIPER - Tales Of Fire And Ice

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VÖ: 22.11.2019
Bandinfo: CRYSTAL VIPER
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Es ist nicht mehr notwendig, CRYSTAL VIPER vorzustellen oder näher zu beschreiben. Seit 2003 machen sich die Polen mit Fronterin Marta einen ordentlichen Namen durch massig Releases, nur unterbrochen von einer längeren Pause. Dass das Comeback eine großartige Sache war und CRYSTAL VIPER wieder mit beiden Beinen fest auf dem Boden der namhaften Kombos im Heavy-Bereich steht, ist gleichermaßen verdient wie auch selbstverständlich! Und die neue Scheibe "Tales Of Fire And Ice" steht ihnen ebenfalls zu Gesicht, haben sie immerhin nichts an Stil und Wiedererkennungswert verloren, sind im Gegensatz fast noch ein wenig akribischer beim Polieren des Sounds. Zumindest hat man hier songwriterisch und produktionstechnisch durchwegs gute Arbeit geleistet. 

Gut, zu Anfang hatte CRYSTAL VIPER tatsächlich ein wenig Pech, als das Cover des Albums nicht allzu sehr mundete und es musste ausgetauscht werden. Innerhalb von Tagen war aber ein neues - das aktuelle - Cover auf die Beine gestellt, das meinereiner tatsächlich als sehr stilvoll und passend erachtet. 

Jedenfalls ist "Tales Of Fire And Ice" von Anfang bis Ende vollgepackt mit guten bis sehr guten Songs. Die angekündigte Härte ist in Teilen vorhanden, doch lassen die Herr- und Damschaften von CRYSTAL VIPER natürlich auch den melodischen Aspekt nicht links liegen, sodass auch die Merkfähigkeit der Songs durchaus vorhanden ist. An die kratzige Härte eines viel gefeierten "The Witch Is Back" kommen die meisten Tracks nur ansatzweise heran, doch gibt die ganze Scheibe deswegen nicht weniger Qualität her. So startet das Album nach einem Intro flott mit "Still Alive", das anfangs zwar Härte beweist, aber schnell in die melodischere, weichere Gangart schlittert, die anschließend auch dem restlichen Album zu eigen ist. Der Wechsel zwischen treibenden Riffs und den weicheren Teilen schadet zumindest auch der Eingängigkeit der einzelnen Songs keineswegs, bastelt sich CRYSTAL VIPER immerhin so einige Ohrwürmchen. Denn auch "Crystal Sphere" täuscht erst einmal ordentlich links mit hartem Riffing an und grätscht dann mit weicheren Melodien in den Run. Tatsächlich fehlen diese auf früheren Alben gehäuft genutzten "räudigen" stimmlichen Ausbrüche, wirkt alles ein wenig weicher, auch wenn der Spirit des Heavy Metal ungebrochen mitschwingt.

Sehr erwähnenswert sind auch "Bright Lights", das noch einmal ordentlich Gas gibt, ehe es ein wenig verträumter, gemächlicher auf der Scheibe wird, bis man dann mit "One Direction" doch wieder auf den musikalischen Highway verfrachtet wird und wieder richtig Action in den Boxen aufkommt, ehe dann mit "Tomorrow Never Comes" noch ein gepflegter Ohrwurm hinterher geschoben wird. Die Voll-Ballade "Tears Of Arizona" hat sich dann tatsächlich noch am Ende der Scheibe versteckt, doch auch wenn dieser Track in die Super-Soft-Richtung geht, zeigt Vokalistin Marta hier einmal eine tatsächlich andere Seite ihrer Stimme. Und auch das kann sie! Der endgültige Ausstieg aus "Tales Of Fire And Ice"  ist mit "Dream Warriors" ebenfalls eher verträumt, verspielt, Midtempo aus den good old times. 

Schlussendlich ist auffällig, dass sich CRYSTAL VIPER zwar glatter, melodischer und eingängiger zeigen, aber am Ende noch ein großer Batzen des alten Heavy Metals mitschwingt. Obwohl die Scheibe gleichfalls auf ein Festival passt, wie auch laut gehört ins Autoradio an einem Sonnentag, mit offenen Scheiben, fühlt man sich um ein paar Jährchen zurückversetzt. Und schon allein diese Attitude macht Spaß beim Hören. Qualitativ und musikalisch solide gestaltet, ist dies die perfekte Scheibe für mehrere Umdrehungen und definitiv für gute Laune! 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (24.03.2020)

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