WHITE STONES - Kuarahy

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VÖ: 13.03.2020
Bandinfo: WHITE STONES
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Auch wenn es sich zunächst so lesen mag - bei der Rezension zu "Kuarahy" von WHITE STONES handelt es sich nicht um einen Geheimtipp südamerikanisch entsprungener, bewusstseinserweiternder Substanzen, sondern um die Analyse des Debütalbums von Martín Méndez' (OPETH) Soloprojekt, das relativ überraschend und kleinlaut veröffentlicht wurde, obschon man bei all diesen schimmernden Vorzeichen doch vollmundig aus dem Firmament des Marketings hätte hinabkünden können. Doch Bodenständigkeit passt zu dem Trio, das durch Eloi Boucherie (Vocals) und Jordi Farré (Drums) komplettiert wird, denn "Kuarahy" ist alles andere als blumig komponiert oder farbenfroh inszeniert, nein, man könnte gar behaupten, dass es nach einer Art Destillat klinge, das wohl beim Keltern der OPETH-Ära zwischen "Still Life" und "Watershed" übrig bliebe, sprich: progressiv touchierter Death Metal. Nichtsdestotrotz muss man festhalten, dass Méndez' sich mit dieser Unternehmung zumindest vorübergehend auch von den wohlig-heimeligen Konstanten verabschiedet und ein wenig experimentiert.

Zurück zu den kulturellen Wurzeln sollte es dabei gehen und diesem Konzept folgt "Kuarahy" einerseits musikalisch, da sowohl Intro "Kuarahy" als auch Outro "Jasy" mit lateinamerikanischen Vibes versehen sind, und andererseits lyrisch. Der instrumentale Grundstein ist kompakt und stilistisch selbst dann sehr weit von den bereits bekannten Oldschool-Death-Metal-Supergroups entfernt, wenn es mal nicht so jazzig wie in "Drowned In Time" oder "Infected Soul", sondern eher rustikal à la "Worms" oder "Taste Of Blood" zugeht. Betont wird all das von einem erdig-wuchtigen Klangbild, das sich ebenfalls den gewohnten Mustern zu entsagen weiß. Gänzlich kann sich Méndez' allerdings trotzdem nicht von seinem Hauptbetätigungsfeld lösen, denn ein Großteil der fantastischen Soli auf "Kuarahy" stammen von seinem OPETH-Kollegen Fredrik Akesson, der zugegebenermaßen aber auch eine logische Wahl ergibt.

Soweit mag sich das alles auch ganz gut lesen, doch gibt es für mich dennoch ein kleineres Problem mit WHITE STONES bzw. ihrem musikalischen Einstieg: Man kann sich hier und da schwertun, Zugang zu finden. Speziell in "The One" und "Ashes" wird der vertrackte Groove, der sich ohnehin durch das gesamte Werk fädelt, besonders deutlich und auch die Vocals können sich ob ihrer Eintönigkeit nicht dauerhaft einprägen. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb ist "Kuarahy" alles andere als ein OPETH-Abklatsch, denn auch wenn man logischerweise etliche Parallelen vernehmen kann, agieren WHITE STONES meistens nicht nur puristischer, sondern auch doomiger und spielen dabei vor allem ihre rhythmischen Eigenheiten oftmals clever aus.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (23.03.2020)

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