WAITING FOR MONDAY - Waiting For Monday

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VÖ: 14.02.2020
Bandinfo: WAITING FOR MONDAY
Genre: Melodic Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

WAITING FOR MONDAY sind (ich schreibe es mal wieder ungern aber es wird wieder so sein) ein Projekt von Sänger Rudy Cardenas und Gitarrero August Zadra. Rudy war bereits bei American Idol vertreten während der Melodic-Rock-Spezialist August Zadra aus der Band von Dennis DeYoung kennt, wo er den Tommy Shaw - Ersatz gibt. Die beiden wurden Frontiers von Jeff Scott Soto nähergebracht.

Was bietet das selbstbetitelte Debutalbum? Eine gesunde Mischung aus JOURNEY, FOREIGNER, SURVIVOR und Co. trifft das Ganze recht gut. Soundtechnisch ist die Platte überraschend rau produziert ohne Achtzigertypisches Reverb. Zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber dennoch keine schlechte Produktion.

"Until The Dawn" ist eine typische JOURNEY-artige Hymne und auch das nachfolgende, von einem neoklassischem Akustikgitarren-Intro eingeleitete (und auch wieder beendete) "End Of A Dream" schlägt in die gleiche Kerbe. Gesanglich und auch instrumental gibt es hier absolut nichts zu meckern. Alles auf durchaus hohem Niveau. Zwar gewinnt man mit der Musik anno 2020 sicherlich keinen Originalitätswettbewerb mehr und die Originale bleiben weiterhin unerreicht, dennoch sind WAITING FOR MONDAY keine klassische Copycat-Truppe, welche es bereits zu Genüge gibt.

                   

Die Stimme von Rudy Cardenas erinnert mehr als einmal an Steve Perry, erreicht selbstredend natürlich nicht dessen Klasse (wieso selbstredend, es mag durchaus Sänger geben, die dem Steve ebenbürtig sind - der I-Tüpferl-Jongleur), aber der Knabe ist angenehm hörbar (durchaus ein Vorteil wenn man in einer Band musiziert - die Red.), auch wenn er sich an einigen Stellen vielleicht etwas zu arg anstrengt. Ruhigere Nummern wie "Love You Forever" erinnern gar an dessen letztes Soloprojekt. Die Gitarrenarbeit kommt durch die rauhe Produktion ohne großartige Keyboards auch besser zur Geltung als bei anderen MelRock-Produktionen, wo man oftmals zweimal hinhören muss, ob da überhaupt eine Gitarre dabei ist. Eine mehr als willkommene Abwechslung.

Ruhige Nummern gibt es auch einige, wobei nicht jede zündet. "Shattered Lives" z.B. ist eine biedere Standardballade während das gleich nachfolgende "Found You Now" mit gutem Bombast und netter Melodie schon eher punkten kann. Von letztgenannter Nummer gibt es als Bonustrack auch nochmal eine Akustikversion.

                  

Die Scheibe macht durchaus Laune, gerade die flotten Nummern wie "Right in Front Of You" erinnern an glorreiche Zeiten der Achtziger, bevor die depressiven Flanellhemdenträger die gute Laune aus der Musik verbannten.

Auf der Negativseite gibt es auch ein paar Ausfälle zu verzeichnen, so ist z.B. "Inside Your Head" recht platt ausgefallen, sowohl vom Kompositorischen her als auch vom "08/15-immer-auf-die-Zwölf"-Drumming. Glücklicherweise sind solche Songs aber die Ausnahme und werden von gutklassigen Tracks wie dem schmissigen "Make It Better" und dem Rausschmeisser "One More Round" locker wieder wettgemacht. 

WAITING FOR MONDAY wird nun sicher keine Bäume herausreissen und wohl auch leider wieder ein Retortenprodukt gutklassiger Mucker bleiben, als Einstimmung zum Frühling jedoch eine Scheibe, die ans Herz gelegt werden kann.

 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (21.03.2020)

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