HÄXANU - Snare Of All Salvation

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VÖ: 01.04.2020
Bandinfo: HÄXANU
Genre: Black Metal
Label: Amor Fati Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Es gibt sie doch, es gibt sie immer wieder. Black Metal-Lafetten die mit einer rabiaten Gewalttätigkeit daherkommen ohne dabei auch nur ansatzweise dem Tross der Peinlichkeit, der so viel Platz im Genre verstellt, anzugehören. Es gibt sie, wenn Vielmusiker Alex Poole (CHAOS MOON, KRIEG, SKÁPHE, RINGARÈ, GUTHVEIKI, etc.) sich einen Sänger und Texter sucht und einfach nebenbei mit HÄXANUs "Snare Of All Salvation" eines der knackigsten Black Metal-Alben der jüngeren Zeit produziert. A.P. spielt dann gleich mal alle Instrumente ein und baut eine wunderbare Eislandschaft auf, mit flächigen Gitarren, darüber/darunter grandiose Melodien und einem ausgefeilten Schlagzeug. Die Message schreit L.C. mächtig und beinahe verständlich über das Alles.

Textlich geht es um, und ich zitiere: "Die Schlinge der Erlösung ist ein Vergleich des Studiums der Alchemie mit den Versuchen der Urmenschlichkeit, den Turm von Babel zu bauen und zu besteigen. Das neoplatonische Konzept der großen Seinskette legt eine hierarchische Struktur aller Materie und des Lebens fest. Alchemie war ein explizites Bestreben, diese Ordnung zu verletzen - durch Umwandlung niedrigerer Metalle in höhere Metalle, Suche nach ewigem Leben usw. - und in gewissem Sinne Gott zu überwinden. Mit anderen Worten, Alchemie ist eine Wiederholung der Lehren, die nicht aus Eden, Babel und anderswo gezogen wurden: Die Menschheit wird unweigerlich mit ihrer Unfähigkeit bestraft, Ambitionen einzudämmen. Kafka schrieb einmal: "Wenn es möglich gewesen wäre, den Turm von Babel zu bauen, ohne ihn zu besteigen, wäre die Arbeit erlaubt worden."

(ja, das kommt zum Test!)

"Snare Of All Salvation" nagelt gepflegt im Hochgeschwindigkeitsbereich herum, ohne aber auch die Atmosphäre zu vergessen. Soundtechnisch in einen Dom im Berg gebettet und ab und an mit Ambient-Sounds ganz hinten unterlegt. 

Das Album zieht knackig 45 Minuten locker alles runter was versucht hat, auch nur ein wenig im BM zu regieren. Die Songs sind alle länger, aber nie langweilig, das Majestätische ist einfach zu mitreißend. Selbst ein 17einhalb-Minüter wie der Schluss- und Titeltrack geht einwandfrei durch die Qualitätsprüfung.

Hart, richtig hart, kompromisslos, aber immer mit Hirn und Finesse. Kein Lo-Fi Norwegens wegen, sondern ein Sound, wie man ihn sich für zeitgemäßen Schwarztee wünscht. Das Album friert dir den Frontallappen im Vorübergehen ein. [Anm. d. Lekt.: Wärmflasche?]

Da kann nur etwas sehr Großes daherkommen um im Seuchenjahr 2020 an HÄXANUs Erstwerk vorbeizuziehen.

Mächtig!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (31.03.2020)

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