WEED DEMON - Crater Maker

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VÖ: 03.04.2020
Bandinfo: WEED DEMON
Genre: Stoner Metal
Label: Electric Valley Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn ich an Bands mit eindeutigem Kiffer-Bezug denke, dann kommen mir natürlich sofort die Szene-Größen von WEEDEATER oder DOPETHRONE ins Gedächtnis. Beide zeichnen sich durch hingerotzten und dennoch groovigen Sludge aus, und zumindest der Name lässt bei WEED DEMON darauf schließen, dass man in eine ähnliche Richtung geht. Im April 2020 kommt das zweite Album der Band aus Ohio mit dem vielversprechenden Titel "Crater Maker" über das Label Electric Valley Records aus Italien auf den Markt.

Aus Interesse habe ich das erste Album von 2017 nachgehört, da mir die Band bisher kein Begriff war. "Astrological Passages" erinnerte stilistisch stark an SLEEP und ist daher auch recht eingängig und atmosphärisch. Bei "Crater Maker" stellt sich die Situation gänzlich anders dar. Um es gleich auf den Punkt zu bringen, das Album hinterlässt mich einigermaßen verwirrt. Es gibt keinen roten Faden und es entsteht der Eindruck, dass die Band selbst noch nicht genau weiß, wo sie sich stilistisch niederlassen wollen. Es wurden viele Stoner-Passagen verwurstet, was dem Ganzen aus meiner Sicht nicht wirklich zuträglich ist, im Gegenteil, immer wieder wird man aus der teils durchaus brachialen Stimmung gerissen. Es fühlt sich an, als hätte man versehentlich umgeschalten und findet sich plötzlich in einer eher seichten Stoner/Sludge-Aufnahme wieder. Nicht nur einmal habe ich nachgesehen, ob ich tatsächlich noch dasselbe Lied / Album höre. Manche würden das vielleicht als abwechslungsreich bezeichnen, ich eher als chaotisch. Auf "Crater Maker" treffen verschiedenste Stilrichtungen aufeinander und ich kann nicht wirklich sagen, welche vorherrscht. Jeder Song ist ein Überraschungspaket und genauso vollgestopft mit unterschiedlichsten Einflüssen wie das Album selbst. Leider dümpelt die Scheibe trotz der ganzen Variationen recht belanglos vor sich hin, auch wenn die ein oder andere Passage gut gelungen ist. Es passiert selten, dass mir Songs zu lang sind, hier allerdings bei fast jedem, einzig der Titel-Track Crater Maker ist einigermaßen durchgehend eingängig. Man setzt, passend zur eigentlich sehr verheißungsvollen Benennung, auf schwere Doom-Riffs mit Weltuntergangsstimmung gepaart mit groovigen Midtempo-Parts und brachialem Sludge. In diesem Fall funktioniert das soweit, mit dem Rest der Platte werd' ich aber gar nicht warm.

 "Crater Maker" wirkt für mich wie ein Experimentieren mit der stilistischen Vielfalt, weniger wie ein ausgereiftes Studio-Album. Vielleicht fehlen WEED DEMON noch ein paar Joints zur Erleuchtung? Man weiß es nicht, dieses Album wird keines meiner Favoriten.

(Wer in diesem Genre etwas Fettes aus dem Underground sucht, dem sei das frisch releaste BONG WIZARD Album "Left Hand Pass" empfohlen.)

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Marlene Krempl (30.03.2020)

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