FOUR YEAR STRONG - Brain Pain

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VÖ: 28.02.2020
Bandinfo: FOUR YEAR STRONG
Genre: Pop Punk
Label: Pure Noise Records
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Lineup  |  Trackliste

FOUR YEAR STRONG waren diesmal FIVE YEAR STRONG, denn seit dem letzten vollwertigen Album ("Selftitled") sind nunmehr fünf Jahre vergangen. Als großer Anhänger der sympathischen Truppe blickte ich dem Release der neuen Scheibe "Brain Pain" sehr freudig entgegen und war schon vom virtuosen Artwork sehr angetan. Gleiches gilt für die bereits veröffentlichten Singles "Brain Pain" und "Talking Myself In Circles" (mittlerweile wurde auch "Learn To Love The Lie" veröffentlicht), die durchaus vermuten ließen, dass FYS hier ein absolutes Schmankerl parat halten. Warum ganze fünf Jahre verstreichen würden? Die Jungs haben sich beim Songwriting keine Deadline gesetzt und dem Album so viel Zeit eingeräumt, wie es "brauchen" würde. Na wehe euch, wenn das in die Hose geht!

"It's Cool" ist wirklich cool! Ein Opener, der sich fürs Erste von der seichten Seite zeigt, gen Ende aber eine ordentliche Explosion hinlegt. Das Riffing im Abschlusspart ist exquisit und entlässt uns aus dem insgesamt für FYS-Verhältnisse ruhigen Opener doch noch mit ordentlich Headbanger-Potenzial. "Get Out Of My Head" entpuppt sich zwar nicht als Geschwindigkeitsmonstrum, umspielt uns aber mit einem sehr prägnanten Bassriff, das einmal mehr die Versiertheit der Band auf den Punkt bringt. Gepaart mit dem klassischen FOUR YEAR STRONG Riffing entsteht hier eine wunderbare Dynamik, die durch den ausdrucksstarken Gesang seitens Dan und Alan getragen wird. Nur wenige Bands beherrschen es, simple Hooks zu erzeugen, die euch als Ohrwurm bis in eure tiefsten Träume verfolgen, aber FYS gehören dazu. Das nennt man effektives Songwriting! "Crazy Pills" versetzt mich dann tatsächlich zurück in der Zeit und ich bekomme "Rise Or Die Trying" und "Enemy Of The World" vibes. Die kraftvollen Strophen werden wie so oft vom Gesangsduo getragen und erneut von knackigem Bass-Riffing untermalt. Was hier im Chorus für Energiefunken sprühen, sucht seinesgleichen. Spätestens im Mittelteil kracht es dann nochmal so richtig und lässt mich den Moshpit erahnen, den dieses Stück auf Konzerten hervorbringen wird. FYS at its best! "Mouth Full Of Dirt" ist einer der schnellsten Songs der Platte und zeigt die ganze Verspieltheit, die die Jungs in sich tragen. Die Songstrukturen gehen wie immer gut ins Ohr, doch keinem Hörer wird entgehen, wie gut jedes Individuum in der Band das jeweilige Instrument beherrscht. Ich habe selten eine Band erlebt, die so eine kranke Einheit darstellt. Da kommt den Jungs zugute, dass es an und für sich keinerlei Besetzungswechsel gab (bis auf einen eher nicht nennenswerten). "Seventeen" könnte gut und gerne die Hymne des Sommers werden, auch wenn "Brain Pain" nun im Winter erscheint. Die Leichtigkeit und Freude, die dieses Stück versprüht, passt bestens zu sonnigem Wetter und versetzt die Band textlich zurück in ihre jüngeren Jahre. Dass FOUR YEAR STRONG Balladen können, beweisen sie mit "Be Good When I'm Gone" einmal mehr. Dieses akustische Stück ist magisch und bannt von Sekunde eins bis zum letzten Hauch, den dieser Track zum Besten gibt. Die Harmonie zwischen Dan und Alan ist einzigartig und auch nach so vielen Jahren ganz klar das Aushängeschild der Band. Selbst die seichten Streicher lassen dieses Stück nicht anbiedernd aus den Boxen triefen, nein, es ist schlichtweg ergreifend und mitreißend... Zum Ende möchte ich noch den wuchtigen Kracher "The Worst Part About Me" herausgreifen, der die Platte nochmal auf ein neues Energielevel hievt. Dieser Song vereint alles, was die Jungs ausmacht und offenbart trotz simplifizierten Strukturen erstklassiges Songwriting, wo ein Rädchen ins nächste greift. 

"Brain Pain" ist vielleicht das versierteste Werk der Diskografie, zeigt neben klassischen FOUR YEAR STRONG Elementen viel Spielraum für Frisches, wobei sich genau dieser Faktor nie aufdrängt nach dem Motto "Wir klingen jetzt anders!". FYS finden die goldene Mitte und sind in bestechender Form, denn "Brain Pain" wird in der Kategorie Pop Punk garantiert zu den besten Alben des Jahres gehören. Für mich persönlich ist es das beste Album, das ich 2020 bisher rezensieren durfte und reiht sich in der  Diskografie der Jungs auch ziemlich weit vorn ein. Da ich kein Haar in der Suppe finde, haben sich FOUR YEAR STRONG diese Note verdient und basta!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sonata (27.02.2020)

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