BENEATH THE MASSACRE - Fearmonger

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VÖ: 28.02.2020
Bandinfo: BENEATH THE MASSACRE
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Bedingt durch berufliche, familiäre und gesundheitliche Angelegenheiten pflegten die Kanadier von BENEATH THE MASSACRE eine On-Off-Beziehung zu ihrer Kapelle, die für den achtjährigen Winterschlaf nach dem letzten Studioalbum "Incongruous" (2012) ursächlich war. Und ehe sie sich versahen, fanden sie sich in einer Art Planet-der-Affen-Szenario wieder, in der die Erde von rasierten Primaten von zwielichtigem Bildungshintergrund gelenkt und an den Rande des Abgrunds manövriert wird. Der grassierende Populismus und das damit einhergehende Spiel mit gezielt geschürten Ängsten ging Fronter Elliot Desgagnés anscheinend dermaßen auf den Senkel, dass er sich darüber lautstark entrüsten musste - womit man quasi von selbst den passenden Titel für die neue Scheibe fand: "Fearmonger" (zu deutsch: "Panikmacher").

Fans technischer Schlachtereien dürfen hier die Ohren spitzen, denn der neue Dampfhammer der Kanadier rangiert mühelos zwischen den großen Namen seines Genres und deren Nachbarn. Einfach und plakativ subsummiert, verknüppelt "Fearmonger" die Härte und Grantigkeit von BEHEMOTHs Hassbatzen "Demigod" mit dem Highspeedgeblaste und filigranen Riffing von NILE. Während das Gehämmer aus der Schießbude auch einem Inferno oder George Kollias alle Ehre machen würde, reichern sich die Riffs mit vielen feinen Tappings an und sorgen damit für eine gewisse Wohlfühlatmosphäre inmitten einer intonierten Apokalypse. Wenn mich meine alten, zerfledderten Trommelfelle nicht täuschen, fliegen die Tappings sogar häufig mehrstimmig - was besonders live eine sehr interessante Erfahrung sein dürfte (und selbstredend eine zweite Klampfe erforderte).

Die großfüßigen Breakdowns werden zumeist als akzentuierendes Stilmittel eingesetzt und übernehmen seltener eine dominante Rolle ("Of Gods And Machines", "Treacherous"). Das ausgeflippte und zuweilen spacige Riffing von Chris Bradley (dem ich anlässlich seiner Leistungen gerne den Ehrentitel "Bürgermeister von Stringfield" verleihen würde) lässt aufhorchen und tief in die Gemütswelt des Virtuosen blicken. In Summe präsentiert das Quartett ein herrliches Chaos in schwindelerregender Geschwindigkeit, dessen einziger Kritikpunkt die untereinander ähnlichen Songs sind. Das Album wirkt dadurch weniger wie ein Album mit Ups, Downs und verschiedenen musikalischen Facetten, sondern vielmehr wie ein in sich konsistentes, halbstündiges Powerprogramm für Gehörgänge und Nackenmuskulatur.

Zu diesem Zweck sind 30 Minuten dann auch mehr als auskömmlich bemessen, zumal BENEATH THE MASSACRE in dieser Zeit mehr Saiten und Felle verheizen als manch andere Band in einer Woche. Hier befindet man sich weder unter, über, noch neben dem Massaker, sondern mittendrin. "Fearmonger" zelebriert technischen Klötenmeteorismus von allerhöchster Güte und ist ein Album, an dem in diesem Jahr kein Tech-Death-Fan vorbeikommt. Und es wäre schade gewesen, wenn diese Abrissbirne in den Köpfen der Bandmitglieder steckengeblieben wäre...in diesem Sinne: "Welcome back, BENEATH THE MASSACRE"!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (25.02.2020)

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