SORTOUT - Conquer From Within

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VÖ: 21.02.2020
Bandinfo: SORTOUT
Genre: Modern Metal
Label: Dr. Music Records
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Lineup  |  Trackliste

Wir blicken wieder einmal ganz in den Westen, nach Vorarlberg, wo SORTOUT mit ihrem Debüt „Burden Of Memories“ 2016 ordentlich Staub aufgewirbelt hatten. Vier Jahre später steht der Fünfer nach einigen Lineup-Wechseln mit dem Zweitling „Conquer from Within“ bereit. SORTOUT präsentieren sich mit ihrem neuen Output gewachsen, direkter und geklärter – das drücken auch das aufgeräumte neuen Bandlogo mit klaren Linien, sowie das schlichte, wirkungsvolle Coverartwork aus.

Musikalisch ist eine deutliche Weiterentwickung bei den Vorarlbergern zu verorten – wo auf dem Debüt noch verspielt und unbekümmert zu Werke gegangen wurde, kommen die Titel auf dem neuen Album deutlich schneller auf den Punkt und pflocken pointiert mitten ins Metallerherz. Verschnaufpausen gönnen SORTOUT auf diesem Album weder sich selbst noch den Hörern; Zackige Drums, donnernde Riffs und sorgfältig und nicht zu inflationär eingestreute Breakdowns watschen einen musikalisch angemessen hart her, während das bereits auf dem Vorgänger außerordentlich starke Zusammenspiel aus unkitschigem, kraftvollem Klargesang und aggressivem Gebrüll das Sahnehäubchen auf die TRIVIUMigen Strukturen setzt.

Harmonisch und stilistisch kohärent, dabei trotzdem abwechslungsreich und gut strukturiert – schon der Opener „Undertow", der recht ruppig und direkt beginnt, zeigt die Stärken von SORTOUT, während das Tempo dabei streckenweise ordentlich hoch gehalten wird. Der erste feste, breitwandige Kracher kommt mit „Relentless“ um die Ecke, welcher kompromisslos dahin rifft und das Tempo in den passenden Momenten wirkungsvoll verschleppt. Das mächtige „Echoes Of Conflict“ und „Illusions“ fahren flott und direkt ins Gebälk, während letzteres als Singleauskopplung fast schon ein wenig auf Nummer sicher geht.

Richtig zur Sache geht es im Mittelteil des Albums, das mit dem agressiv groovenden „Eternal Hate“, welches gegen Ende hin eine fast thrashige Note mitbekommt, den Dreier-Reigen der wahrscheinlich besten Songs des Albums einläutet. Direkt folgend packt „Sever The Serpent's Tongue“ die brachiale Epik-Keule aus und lockt mit tollem Aufbau und zwingendem Refrain. „Blind Eyes“ legt mit breitwandiger, sich schnell im Gehörgang festbeißender Melodik nach, stanzt ein paar kernige Breakdowns in die Gehirnrinde und packt dazu einen Refrain aus, den man nur noch schwerlich aus den Ganglien geschüttelt bekommt.

Ganz dezente Power-Anleihen in den Strophen verquickt „Midas' Gift“ mit beißenden Gesangslinien, während das bedrohliche, ruppige „Paragon Of Misery“ die Gitarrenfraktion einmal mehr richtig von der Kette lässt. „Law Of Creation“ gibt sich verschleiernd fluffig-meldiös, kann aber zwischendurch ganz schön ruppiges Gitarrengeschrubbe bieten, dafür wird im Rausschmeißer „A Journey From Within“ vorwiegend auf hymnische Strukturen gesetzt, die dem Album einen runden Abschluss bescheren.

Wie schon auf dem Vorgänger haben sich SORTOUT bei der Produktion nicht lumpen lassen und haben sich von Produzent Daniel Thabet und Grammy-Gewinner Alan Douches einen amtlich breiten Sound klöppeln lassen, der mit mörderischem Schub aus den Boxen donnert. Mit einem Händchen für kohärente und dennoch spannende Songstrukturen haben die Vorarlberger die Hörer schnell auf ihrer Seite und werden mit den durchgängig auf sehr hohem Niveau agierenden Songs ihres neuen Albums auch live so manchen Headbang-indizierten Nackenwirbelsalat im Moshpit generieren können. Bitte, diese Burschen verdienen die großen Bühnen und nicht irgendwelche Dorffeste in Provinznestern!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (18.02.2020)

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