VICTORIUS - Space Ninjas From Hell

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VÖ: 17.01.2020
Bandinfo: Victorius
Genre: Power Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Ihr glaubt, GLORYHAMMER wären überdreht? Dann stellt euch doch einmal vor, das kitschklebende Spektakel würde mit der hyperaktiven Musik von DRAGONFORCE kopulieren, auch die Ohrwurmkönige FREEDOM CALL mal drüberrutschen lassen und - Satan bewahre! - in gemeinsamem orgiastischen Vergnügen ein paar Bastarde zeugen! Ups, aber genau das ist passiert. Die verlorenen Söhne sind nach ihrer Odyssee durch das musikalische Weltall in Sachsen gelandet, nennen sich jetzt VICTORIUS und haben sowohl ihre Ninja-Künste, als auch ihre musikalischen Qualitäten perfektioniert.

Nein, jetzt mal ernsthaft: Was auch immer man diesen bereits in der Vergangenheit durch qualitativ hochwertige Releases auf sich aufmerksam machenden Burschen für ihr Opus „Space Ninjas From Hell“ in den Tee gekippt hat – ICH WILL DIESES ZEUG! SOFORT! Wenn ich danach solche quietschbunten Farben sehe, wie das abartig poppige Cover dieses Albums und Weltraum-Ninjas mit Laserschwertern auf Haien aus deren Augen Laserstrahlen schießen durch meine Ganglien surfen, kann das nur der goldene Stoff der absoluten Glückseligkeit sein!

Die geballte Ladung Epik und Kitsch startet in zackigem Tempo mit „Tale Of The Sunbladers“ und weicht in der Folge keinen Millimeter von hochenergetischem Drummer-Workout ab. Fanfaren, fette Chöre, gnadenlos eingängige Hooks, penetrante Ohrwurm-Refrains und eine riesige Portion komplett abgedrehter Humor – „Space Ninjas From Hell“ hat wirklich alles an Bord, was ein hypereingängiges Melodic-Metal-Album braucht! Wer die geballte Ladung an Zuckerguss, die einzig und alleine dafür da ist um zu unterhalten, zu ernst nimmt, ist wirklich selber schuld. Wer sich von VICTORIUS nicht Ohrwürmer wie „Super Sonic Samurai“ oder „Shuriken Showdown“ mit Wonne in den Hintern treiben lassen möchte, dass die Sonne in gleißenden Strahlen aus selbigem eruptiert, der geht doch nicht nur zum Lachen in den Keller.

Am stärksten ist das Album aber definitiv in den Momenten in denen es wirklich absurd wird, wenn Songs wie das abgedrehte Epikmonster „Wasabi Warmachine“ (WIE zur Hölle kommt man auf so einen Titel?) mit abgefahrenem Intro dafür sorgt, dass man sich sogar an seiner eigenen Spucke verschluckt, die Hyperspeed-Hymne „Astral Assassin Shark Attack“ mittels oberklebrigem Refrain den hartnäckigsten Ohrwurm des noch jungen Jahres abliefert oder in „Nippon Knights“ mal kurz tonale Asia-Anleihen den Entertainmentfaktor durch die Decke jagen. Egal ob böllernde Songs wie der Titeltrack „Space Ninjas From Hell“ oder das musikalisch deutlich ernsthafter klingende „Cosmic Space Commando Base“, VICTORIUS machen auf ihrem neuesten Output einfach so gut wie alles richtig, was man nur richtig machen kann. Die Sachsen hieven den „Over The Top“-Metal nach den bereits glorreichen Schlachten der schottischen GLORYHAMMER nun auf ein gänzlich neues Level – zum Schrecken aller ADHS-Therapeuten.

Das einzige, was mich noch davon abhält, diesem abartig klebrigen Knallbonbon von Album mit seiner absurd überzeichneten Storyline und dem unerschütterlichen Vergnügungsfaktor die volle Punktzahl zu geben? Eigentlich wurde musikalisch im zuckrigen Melodic Powermetal längst alles gesagt oder gespielt, was das Genre hergab. Aber, verdammt nochmal, diese komplett durchgeknallten Buben von VICTORIUS zerficken sämtliche Klischees mit Hyperspeed und derart hingebungsvoll-penetrantem Herzblut, dass man diesen krachbunten Schwall an schonungsloser Selbstpersiflage einfach nur gern haben muss! Darauf noch eine Runde!

Wisst ihr was? Scheiß drauf, für diese in Vinyl gegossene Ausgeburt an der Wirklichkeit entfleuchter Ausgelassenheit, gibt’s jetzt die Höchstnote. Mir egal, was ihr davon haltet! So!

Wo ist mein Ritalin...?!

 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (05.02.2020)

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