PASSION - Passion

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VÖ: 24.01.2020
Bandinfo: PASSION
Genre: Melodic Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Pink, bunt und grell strahlt es einem vom Cover entgegen. Bandname und CD-Titel lauten auf "Passion" und ich kannte diese Truppe vorher bislang nicht. Kann also nur ein neues Frontiers-Projekt sein, das die 80er Jahre wieder ausruft. So könnte man es süffisant bemerken. Der knappen Promo-Info entnehme ich, dass es sich um die Band des NIGHT BY NIGHT-Vokalisten Daniel Rossall alias Lion Ravarez handelt. Ich kenne da leider auch niemanden davon. Aber man kann nicht alles wissen.

Stürzen wir uns also leidenschaftlich in die Passion hinein: Für Frontiers-Verhältnisse überrascht die ausgesprochen gute und druckvolle Produktion und auch die flotten Stakkato-Riffs von "Intensity" sind ein Einstand nach Maß, der eingängige Chorus kann ebenfalls überzeugen und gespannt erwartet man die nächsten Stücke.

Die können allerdings mit den famosen Opener nicht mehr ganz mithalten. "Trespass On Love" nimmt schon an zweiter Stelle den Fuß vom Gas und die Scheibe verliert dadurch einiges an Schwung, auch wenn der Song eine nette, wenn auch harmlose AOR-Nummer darstellt. "Too Bad For Baby" hat wieder etwas mehr Drive, das AC/DC-Gedächtnis-Riff fetzt recht geschmeidig, und der breitbeinige Cock-Rock der Truppe hat durchaus seinen Charme, auch wenn das Ganze alles andere als originell ist.

"Lost In The Dark" hat wieder mehr die AOR-Zielgruppe in Visier, auch keine schlechte Nummer, auch wenn man sich nicht des Eindrucks verwehren kann, das Ganze schon einmal gehört zu haben. Die Gesangsakrobatik des Herrn Rossall, aka Ravarez, kann sich sowohl bei den softeren als auch bei den aggressiveren Parts gut hören lassen. Mehr als einmal erinnert seine Stimme als auch die dazugehörge Mucke an DANGER DANGER mit Ted Poley an den Stimmbändern.

"Back" ist eher Füllmaterial, ein stampfender Rocker, der in der Liveumgebung sicher besser rüberkommen wird als auf Konserve. "Victims Of Desire" könnte auf einer KISS-Scheibe der unmaskierten Phase stehen, auch wenn der Chorus nicht unbedingt zwingend ist. Das ist leider auch beim arg hüftsteifen "We Do What We Want" so, der vor Klischees ganz arg trieft. Das wäre in den 80ern eine nette Nummer gewesen, die es aber bereits damals von mehreren Bands der zweiten und dritten Garde so gab. Anno 2020 dann eher mäßig spannend. 

Das Schlusstrio "Built To Please", "She Bites Hard" sowie "Big Game" reißen dann auch nicht mehr arg viel. Allenfalls der Rausschmeisser kann noch einigermaßen überzeugen, ansonsten fehlt es dann doch schon schwer an Abwechslung im PASSION-Menu. Seltsamerweise fehlt eine Breitwand-Ballade, die der Scheibe durchaus gut zu Gesicht gestanden hätte.

So kann man PASSION ein gute, wenn auch unter dem Strich nicht überragendes Album attestieren. Das hört man sich ein paar Mal gerne an bevor man dann wieder zu Langlebigerem greift. Macht unter dem Strich unter Berücksichtigung des guten Sounds und Gesangs somit drei Punkte

                    

                    

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (07.02.2020)

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