DIRTY SHIRLEY - Dirty Shirley

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VÖ: 24.01.2020
Bandinfo: DIRTY SHIRLEY
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

George Lynch ist ein vielbeschäftigter Mann. Ab und an kann man angesichts seiner vielfältigen Projekte schon mal den Überblick verlieren. Sei es SWEET/LYNCH, KXM, LYNCH MOB, THE END MACHINE, DOKKEN oder auch Gastauftritte wie zum Beispiel beim Comebackalbum von ROXANNE lassen nur den Schluss zu, dass er relativ wenig schläft. Natürlich kann man solche vielfältigen Aktivitäten auch kritisch beäugen, denn nicht alles, was Meister Lynch da herausgebracht hat, war ein "Golden Nugget".

Bei DIRTY SHIRLEY fällt zunächst einmal das potthässlliche Cover negativ auf. Inwieweit man es hier mit einem Konzept zu tun hat weiss ich nicht, aber das sieht wirklich sehr schlimm aus. Zumal auch keinerlei Hinweise auf den Inhalt der Scheibe bzw. George Lynch als Sticker o.ä. auf der CD-Hülle vorhanden sind. So etwas lege ich sonst eher auf die Seite beim Stöbern im CD-Regal. Aber gut - es geht ja um die Mucke.

Und da ist dem guten Schorsch durchaus ein klasse Stück Musik gelungen. Von seinen sämtlichen Projekten der jüngeren Vergangenheit gefällt mir DIRTY SHIRLEY mit Abstand am besten. Stylistisch bewegt man sich in der Schnittmenge von LYNCH MOB zu Zeiten des ersten Albums sowie den bluesigen Anklängen der legendären wenn auch kurzlebigen BADLANDS.

Wie auch bei letzteren kann man auch bei DIRTY SHIRLEY feststellen, dass hier die Geheimwaffe nicht an der Gitarre sitzt sondern die geniale Stimme von Dino Jelusic den Unterschied macht, der mit seinem bluesigen, zum Teil auch an Ronnie James Dio angelehntem Timbre die Songs auf ein anderes Level hebt, auch wenn so manche Nummer nüchtern betrachtet gar nicht so spektakulär ist.

Der Opener "Here Comes The King" ist jedoch herausragend, ein knapp siebenminütiges Spektakel, bei denen sich Lynch und Jelusic perfekt ergänzen. Wenn der Gitarrensound noch etwas fetter wäre - meines Erachtens ein Manko des Albums - so müsste man sofort niederknien zum Gebet. Eine absolute Monsternummer.

                      

"Dirty Blues" hat den passenden Titel, ein verschwitzter Blues-Groover im BADLANDS-Stil. "I Disappear" beginnt nach einem coolen A-Cappella-Intro mit einem Riff, dass mich an DEF LEPPARD´S "Let's Get Rocked" erinnert. Auch der Song grooved wie die Sau, überhaupt ist das Album hauptsächlich deswegen überdurchschnittlich gut, weil es unheimlich stark in die Beine geht und man bei fast jedem Song nach wenigen Sekunden schon zu zappeln beginnt. Dazu trägt besonders die ultra-tighte Rhythmustruppe mit Will Hunt an den Schlagtöpfen und Trevor Roxx am Bass bei, die die Songs exakt auf den Punkt bringen.

Weitere Songs , die für mich auf dem Album herausragen, sind das balladeske "The Voice Of A Soul", das mit einem supercoolen Main-Riff ausgestattete "Escalator" und das alles überragende "Siren Song", die einzige wirklich schnelle Nummer, die zudem mit einem fantastischen Chorus überzeugen kann. Hervorragend.

Die restlichen Stücke bewegen sich überwiegend im Midtempo-Bereich. Wie bereits erwähnt überzeugen mich DIRTY SHIRLEY am meisten durch den alles überstrahlenden Gesang von Dino Jelusic, von dem man sicher noch einiges hören wird und die irren Grooves in den einzelnen Songs. Natürlich haben sich auch ein paar Stücke eingeschlichen, die mich jetzt nicht ganz so überzeugen wie "Cold" oder "Last Man Standing", die eher an einem vorbeiziehen. Eine weitere flottere Nummer hätte da vielleicht noch gefehlt. 

Nichtsdestotrotz überzeugen DIRTY SHIRLEY, Lynch-Fans sowie Anhänger des groovigen Blues-Hardrocks a'la BADLANDS oder auch der WINERY DOGS werden mit dem Album sicher mehr als zufrieden sein.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (06.02.2020)

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