HELEVORN - Aamamata

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VÖ: 23.01.2019
Bandinfo: HELEVORN
Genre: Doom Metal
Label: BadMoodMan Music
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Lineup  |  Trackliste

Zugegeben, wenn man an Mallorca denkt, fällt einem nicht unbedingt der gute, alte Metal ein. Vielmehr denkt man an Strand, Sangria und leider auch den Ballermann mit seinen unsäglichen musikalischen Auswüchsen. HELEVORN stammen von der Ferieninsel und bedienen zum Glück ein ganz anderes Klientel. Ihr Doom Metal weist Referenzen zu MOONSPELL und PARADISE LOST auf, offenbart aber auch ein gutes Gespür für Melodien und inkludiert wohltuenden Klargesang.

Jene cleanen Vocals passen zum Beispiel bei "Sail Of Sanity" wie die vielzitierte Faust aufs Auge und bilden in Verbindung mit den Growls und dem melancholischen, etwas dumpfen Beginn eine schöne Melange. Manchmal wird es etwas "gothic-lastiger" wie bei "Goodbye, Hope", was der Band ebenfalls gut steht. Ähnliches gilt für das wunderschöne "Blackened Waves" oder das folkig-melancholische "Aurora". Die dunklen Vocals wirken nicht aufgesetzt, sondern passen perfekt in diesen dunklen Klangkosmos.

HELEVORN agieren sehr ambitioniert, was man zum Beispiel bei "Forgotten Fields" merkt, das sehr vielschichtig ist, aber manchmal auch etwas überladen klingt. Die Tatsache, dass man trotz sehr guter Ansätze nicht immer zum Punkt kommt, ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich bei "Aamamata" habe. Ein weiteres Beispiel dafür ist "Nostrum Mare", mit seinem Pianointro und den spoken word-Teilen in unterschiedlichen Sprachen (u.a. griechisch, arabisch, portugiesisch, maltesisch etc.). Als ich griechisch hörte, zweifelte ich plötzlich an den eigenen Recherchequalitäten. Tatsächlich thematisiert man passenderweise die (auch emotionalen) Auswirkungen des Meeres auf die Menschen. Das ist sehr interessant, aber das große musikalische Highlight fehlt bei diesem Song.

"Once Upon A War" wiederum orientiert sich etwas stärker an MOONSPELLsche Glanztaten und verbindet Dunkelheit und schwere Riffs mit melodischen Vocals (dieses Mal auch abseits des Refrains). "The Path To Puya" ist etwas langatmig und zäh geworden, was auch die einsetzenden weiblichen Vocals nicht mehr kaschieren können. Nach dem ruhigen, sehr folkigen "La Sibil-La" wird man überrascht und zufrieden in die weite Welt entlassen.

Und somit lässt sich ein positives Fazit ziehen, denn HELEVORN überraschen einen mit den liebevoll instrumentierten Kompositionen und einigen sehr schönen Passagen. Man ist so abwechslungsreich wie es in diesem Subgenre möglich ist und offeriert dem Hörer ein gelungenes Album. Wenn "Aamamata" nicht manche Längen hätte, bzw. auch jeder Song zum Punkt kommen würde, wäre dies eine tolle Veröffentlichung. So bleibt "Aamamata" ein starkes Album, das Fans der düsteren Gothic/Doom-Fraktion verzücken sollte. Was mir persönlich an HELEVORN sehr gut gefällt, ist die intelligente und durchdachte Herangehensweise: Dieses Konzept um das Thema "Meer" ist schlüssig, authentisch und wurde musikalisch in verschiedensten Facetten festgehalten. 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (02.02.2020)

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