JORN - Heavy Rock Radio II - Executing The Classics

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VÖ: 24.01.2020
Bandinfo: JORN
Genre: Heavy Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

JORN LANDE – ein Mann der polarisiert.
An sich bin ich ein Fan starker, ausdrucksvoller Vocals und höre gerne Jorn und seine Rocksongs. Das beinahe Rockmusical „Swing Of Death“ hat mich umgehauen. Aber seine Cover Alben? Von denen hat man langsam genug. Es ist ja recht nett, wenn ein Musiker / Sänger sich über die Songs bzw. Bands hermacht, die seine Jugend geprägt und bei uns allen bleibende Eindrücke hinterlassen haben. Aber ständig? Und mit „Heavy Rock Radio II“ das zweite Cover-Album mit zweitklassigen AOR Songs? Das verstehe ich nicht. Als Fan erwartet man sich schon regelmäßig was Neues und nicht nur Abklatsch und Aufarbeitung.

Natürlich ist die Qualität des neuen Albums ausgefeilt, stehen doch das Hardrock Label Frontiers Records dahinter und klingende Namen wie Alessandro Del Vecchio.

Aber die Songs, die sind leider nur lauwarm aufgewärmt und durchschnittlicher Rock. Mir fehlt der Biss dahinter, den Jorn sonst hat. Es ist viel zu glatt und zahm für seine ausdrucksvolle Stimme. Natürlich liegt das an den gewählten Songs, die überwiegend aus dem AOR Bereich kommen und nicht aus Rock oder Metal. Schon der erste Song “Lonely Nights” (von BRYAN ADAMS) ist nur nett und nicht viel mehr. Die Melodie ist normal umgesetzt und die Stimmung dümpelt dahin. Nach den bei uns nicht so gängigen Songs wie “Winning” (RUSS BALLARD) oder dem zähen “New York Minute” (DON HENLEY) dann endlich mal was Bekannteres. “Needles And Pins” wurde schon von vielen gecovert. Über das Original von THE SEARCHERS haben sich schon SMOKIE, CHER, die RAMONES und TOM PETTY hergemacht. Hier kann man eigentlich nichts falsch machen, so auch Jorn nicht. Die Nummer kommt mit Schwung und seine Stimme verleiht den Lyrics einen leicht rauen Touch. Ganz gut gelungen, aber absolut nichts Neues.

PAGEs “I Do Believe In You” – ja, da steht ein großer Name dahinter, aber das wars auch schon. Jorn bringt es halt, weil es ihm taugt. “Nightlife” von FOREIGNER, da ist natürlich die Handschrift in Melodie und Songwriting unverkennbar. Es ist typischer FOREIGNER Stil mit rockigem Sound und lässigen Vocals (das hat Jorn natürlich nicht verlernt).
Jetzt kommt der bekanntere Teil auf dem Album. DEEP PURPLE kommen mit “Bad Attitude” zum Zug. Der Song ist um einiges heavier als das Original, aber der Ursprung ist deutlich an der Orgel erkennbar.
Ebenfalls breit bekannt ist “Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)” der funky und mit exzessivem Keyboardspiel neu aufgelegt wird. Ein Song der ganz gut zu Jorn passt. Wenn wir schon davon reden, was zu ihm passt – “Mystery” von DIO ist natürlich einer der besten Songs, wobei Jorn schon mal bessere DIO Cover abgeliefert hat. Dieses ist zu melodiös und harmonisch, da kommt fast eine poppige Seite zulasten des Metal-Anteils durch.

Positiv sehe ich PETER GABRIELS “The Rhythm Of The Heat”. Das hat den Metal, den man bei “Mystery” vermisst. Jorn macht einen Song, mit dem ich persönlich nicht viel anfangen konnte, zu einer Nummer, die ich nun von vorne bis hinten hören kann.

Unterm Strich sind aber die Songs leider nur ein Abklatsch dessen, was möglich wäre. Bei “Heavy Rock Radio I” war schon geiles Zeug dabei, wie “Hotel California oder “Runnig Up The Hill”. Diesem Nachfolger-Album fehlt einfach das gewisse Etwas, unabhängig davon, wie gut es produziert ist. Das einzige was es eindeutig schafft, ist, JORN LANDE als “King of Cover” zu zementieren. Wie gesagt, irgendwie schade, weil er hätte viel mehr drauf.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (28.01.2020)

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