STORMHAMMER - Seven Seals

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VÖ: 24.05.2019
Bandinfo: STORMHAMMER
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Gerade hatten die nur allzu häufig das Besetzungskarussel drehenden STORMHAMMER mit Jürgen Dachl einen starken Sänger mit volltönendem und perfekt zur Musik passenden Organ an Land gezogen und mit ihm das überraschend starke Powermetal-Manifest „Welcome To The End“ eingeklöppelt – da wurde dieser auch schon kurz vor dem Release der Scheibe vor die Tür gesetzt und die Auftritte mit dem neuen Material mit Neo-Sänger Matthias Kupka (EMERGENCY GATE) absolviert, der sich sichtlich schwer tat, die Gesangslinien seines Vorgängers live umzusetzen. Nun wagen die Deutschen mit neuer Besetzung den nächsten Alben-Anlauf in Form von „Seven Seals“ und haben sich dazu thematisch der ungeöffneten Kammer B im Sri-Padmanabhaswamy Tempel in Indien, vor dessen Öffnung die dortigen Priester dringlich warnen, angenommen. Die Recherche über dieses noch immer ungelöste Geheimnis bietet dann allerdings mehr Spannung als das Album selbst letztendlich mitbringt.

Größtenteils bleibt „Seven Seals“ nämlich ein Stückwerk, das sich aus einigermaßen generischen, knackig-treibenden Powermetal-Riffs zusammensetzt, denen man durch eine leichte thrashige Note und ein paar Breakdowns („Downfall“) versucht hat, einen modernen Anstrich zu geben. Blasse, nicht wirklich in Erinnerung bleibende Titel wie „Sleepwalker“ oder „Under The Spell“ können kaum überzeugen und auch die Quotenballade „Taken By The Devil“ kommt trotz starken Gesangs ziemlich seelenlos einher. Dem gegenüber stehen aber durchaus aggressive Nummern wie „One More Way“, in denen Kupka das tut, was er am besten kann – beherzt drauflos schreien! Eine angenehm frische Härte, die der Song trotz seiner recht dunklen Aura leider nicht wirklich transportieren kann, vor allem wegen seines viel zu hoch angesetzten Clean-Refrains. Ein Manko, das sich durch mehrere Songs zieht, allen voran den Titeltrack „Seven Seals“, in dem Kupka in den Höhen deutlich an seine Grenzen stößt.

Kupka ist beileibe kein schlechter Sänger, was er im Verlaufe des Albums, gerade in den etwas gemäßigteren Tonlagen hinreichend beweist, doch das powermetallisch orientierte Material von STORMHAMMER, das häufige Ausflüge in höhere Stimmlagen fordert, liegt seinem Stimmcoleur leider einfach nicht. Dabei sind gerade die Parts in denen aggressiver zu Werke gegangen wird und die Verbindung zwischen dem modernen Gesangsstil und der Musik passen würde, wirklich stark. Passagen wie den zackigen Auftakt von „My Nemesis“ mit eher ein wenig altbackenem, aber sehr starkem melodischen Heavy/Power-Riffing zu mischen, zeugt schon von Mut – nur leider beißen sich die für sich stehend starken Stile zu sehr, um eine überzeugende Einheit bieten zu können. Als einziger wirklich harmonischer und überzeugender Song bleibt der Ohrwurm „Keep Me Save“ auf der Haben-Seite, während mutige Titel wie das abwechslungreiche und musikalisch enorm starke „Prevail“ letztlich an der fehlenden Verbindung der Stile scheitern.

Den Mut, es mit einem dergestalt modernen Sänger im klassischen teutonischen Metal zu versuchen, kann man nicht kaufen. Zwar funktioniert die Chose, wie leider anfänglich befürchtet, auf „Seven Seals“ noch so gar nicht, aber es sind bereits einige sehr gute Ansätze da, auf die man aufbauen kann. Somit kann man, trotz eines unterm Strich ziemlich zerhackten Albums, dem man den Prozess der Findung eines für alle Beteiligten geeigneten Sounds ziemlich stark anhört, sehr guter Dinge sein. Wenn man allerdings bedenkt, dass bisher noch kein einziges Lineup bei STORMHAMMER wirklich Bestand hatte, dass sich überhaupt ein harmonischer Stil entwickeln hätte können, begräbt man diese Hoffnung schweren Herzens lieber gleich wieder. Zu wünschen wäre es Matthias Kupka, der sich auf „Seven Seals“ richtig ins Zeug gelegt hat und trotz ein paar verpatzter Passagen eine beeindruckend variable Gesangsleistung abgeliefert hat, dass ihm mehr Zeit zur Eingliederung und Entfaltung bleibt, als seinen Vorgängern. Ansonsten haben sich STORMHAMMER mit dem zwanghaft auf modern getrimmt wirkenden Album nämlich keinen Gefallen getan.

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (28.12.2019)

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