STORMWARRIOR - Norsemen

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VÖ: 29.11.2019
Bandinfo: STORMWARRIOR
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Im frühen Frühjahr 2019 bin ich mit meinem Auto auf einer Inseltour doch tatsächlich beim Holy Island of Lindisfarne vorbeigekommen. Ich tuckerte die Northumberland Coast Richtung Norden und plötzlich taucht diese Gezeiteninsel in der Nordsee auf. Wie wir wissen, begann hier 793 der Jahrhunderte währende Sturm der Nordmänner auf die britischen Inseln und den Rest Europas. Und "Lindisfarne" ist für mich DER Song der HH-Power/Speedmetaller von STORMWARRIOR auf ihrem zweiten Album "Northern Rage". Und überhaupt natürlich auch.

Gut, das war 2004. Seitdem sind die Knaben etwas von meinem Radar verschwunden. Mit "Norsemen" habe ich nun die Ehre, diese Fährte wieder aufzunehmen.

STORMWARRIOR sind bekannt für ihren von alten HELLOWEEN und GAMMA RAY beeinflussten Metal, der etwas deftiger ist als das was man von den Vorbildern kennt. Schneller, härter, aber immer melodisch und mit großen Refrains fräst man auch auf dem aktuellen Dreher durch diese Schneise, ab und an kommen auch noch die "prä-Imaginations" BLIND GUARDIAN durch und insgesamt ist diese hektische Version des teutonischen Power Metals aber schon genau meine Richtung.

Die Songs sind deftige Speed-Hämmer, die Gitarren sind, wenn nicht grad brechend hart mit lässigen Harmonien oder mit ebenso knackigen Soli am werken. Der Schlagzeuger oktopusst sich durch die Gegend und der Gesang von Lars Ramcke erinnert nach wie vor an einen leicht illuminierten Donald Duck. Oder an einen Kai Hansen. Betrunken oder nicht.

Die Texte sind nach wie vor Thor-Odin-dämlich. Ob dieser Trend jemals aufhört...

Alles klar auf der Metal-Kogge also?

Nö.

So mitreissend die Songs sind (sein könnten) so übel ist die Produktion von "Norsemen". Wenn Falko sich an seinen Becken vergeht, hört man so gut wie gar nichts mehr sonst. Die Overheads killen den Rhythmusgitarrensound, man wähnt sich in der Nähe des letzten IRON MAIDEN-Albums. Das steigert sich hin bis zum Song "Shield Wall", hier hört man beim Chorus nur mehr eine Soundlawine. Da ist beim Mastering etwas grob danebengegangen. Ewig schade, das Album ist vom Songmaterial und der Ausführung her wirklich nicht schlecht, aber leider ist es eine Pein, sich durch das Geraschel durchzuhören. Als ob Kevin Shirley hier, wie immer, ganze Arbeit geleistet hätte...

Bitter, aber warum man so etwas veröffentlicht ist mir ein Rätsel. STORMWARRIOR haben sich etwas deutlich Besseres verdient als dieses Soundbild.

 

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (12.12.2019)

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