STRIGOI - Abandon All Faith

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VÖ: 00.00.2019
Bandinfo: STRIGOI
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Schon in den ersten Interviews zu VALLENFYREs "Fear Those Who Fear Him" sollte sich abzeichnen, dass das Projekt unter diesem Namen keine Zukunft mehr haben würde, da die ständigen Besetzungswechsel, die man als Lebenserhaltungsmaßnahmen ausgab, für Greg Mackintosh (PARADISE LOST) auf Dauer zu nervenzehrend seien und zu sehr von der ursprünglichen Intention der Band abweichen würden. Dass seine Exkursionen zurück zu den Wurzeln des Crust und Old School Death Metal mit dieser Auflösung nicht vollständig ad acta gelegt werden sollten, wurde damals allerdings auch schon offen kommuniziert, weswegen kurz darauf der Name STRIGOI vorgestellt wurde, dessen unheilige Ägide mit dem kürzlich erschienenen Debütalbum "Abandon All Faith" begann.

Dieselben "Fehler" wie noch zuvor mit VALLENFYRE will er dieses Mal nicht begehen, weswegen er im Vorfeld lediglich die Rolle des Bassisten fest an Chris Casket (u.A. ex-EXTREME NOISE TERROR) vergab, wohingegen PL-Schlagzeugkollege Waltteri Väyrynen auf "Abandon All Faith" lediglich als Session-Drummer gelistet wird. Worauf man sich allerdings verlassen kann, ist die Rückkehr in das, Herzstück der britischen alten Schule, dort bei der modrigen Kathedrale des Crust und OSDM, die für einen nicht geringen Teil der Metalszene genauso charakteristisch für den Inselstaat sein dürfte, wie es das English Breakfast, die Artussage oder Wimbledon sind. Einen kleinen Unterschied gibt "Abandon All Faith" im Vergleich zum VALLENFYRE-Vorwerk aber dennoch her: es geriert sich noch crustiger, also nicht nur rein stilistisch betrachtet, sondern auch in terms of attitude and production. Kurt Ballou (Mix) und Brad Boatright (Mastering) sind zwar schon eine ganze Weile Mackintoshs Mentoren an den Reglern, haben für "Abandon All Faith" aber einen noch asozialeren, verzerrteren Sound konzipiert, den dieses Album einfach erfordert hat.

Das Repertoire ist dabei umfangreicher als man gemeinhin vermuten bzw. nach dem ersten, einschüchternden Eindruck annehmen würde: Man darf einem HM-2-Massaker beiwohnen ("Seven Crowns"), wird von typisch britischem Death-Doom zermürbt ("Carved Into The Skin" und "Abandon All Faith") und von crust-punkigem Death Metal verdroschen ("Nocturnal Vermin", "Throne Of Disgrace" und "Enemies Of God"), wobei STRIGOI auch stets mit Tempowechseln arbeiten und die genannten Genregrenzen so verschmieren, dass man zusammenfassend festhalten kann, es hier mit einem durchweg bösartigen Hörererlebnis zu tun zu haben, dessen Stringenz ich speziell auf "Fear Those Who Fear Him" ein wenig vermisst habe. Einzelne Höhepunkte sind - zumindest für mich - also schwer zu benennen, da ich mit "Abandon All Faith" die Erfahrung gemacht habe, es einfach anzuschalten und den erdrückenden Nexus aus allerlei feinstem Krach und der charismatisch-donnernden, verzerrten Soundabmischung infolgedessen einfach geschehen zu lassen. Oldschool-Projekte gibt es zwar wie Meer am Sand, aber in puncto Authentizität und Expertise spielen STRIGOI mit "Abandon All Faith" ganz oben mit.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (08.01.2020)

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