HALPHAS - The Infernal Path Into Oblivion

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VÖ: 13.12.2019
Bandinfo: HALPHAS
Genre: Black Metal
Label: Folter Records
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Lineup  |  Trackliste

"Als läge Mainz irgendwo zwischen Oslo und Bergen" - so in etwa würde ich meinen Eindruck zum Erstwerk der deutschen Black Metaller HALPHAS in einem Satz subsummieren. Mit ihrem 2017 erschienenen Debut "Dawn Of A Crimson Empire" bot die inzwischen nach Hessen umgezogene Band nicht nur eine sehr patente Beschallung für kalte Wintertage, sondern hinterließ zugleich einen sehr vernünftigen Eindruck als Potenzialträger im deutschen BM-Sektor. Entsprechend gespannt erwartete ich den Nachfolger "The Infernal Path Into Oblivion", der nun - fast auf den Tag zwei Jahre später - in den Regalen steht.

Wie die Band selbst bekundet, hält sie nicht allzu viel von modernem Schnickschnack und bleibt stattdessen lieber auf dem nahrhaften Boden skandinavischer - genau genommen norwegischer - Tatsachen. Was die erste Platte der straighten Schwarzmetaller ausmachte, wird auch auf dem Nachfolger konsequent ausgelebt und verfeinert. Die Neu-Hessen fahren eine klare Linie und werfen regelrecht mit klirrenden Tremolos um sich. Besagte Riffs spielen die zentrale Rolle und sorgen für Rhythmus und Melodie zugleich. Die Klangkonstrukte sind stimmig und einvernehmend, ohne langweilig zu werden oder sich allzu nah an bekanntere Bands heranzuschleichen. "A Grave In The Sands" bspw. erinnert in den ersten Takten dezent an GORGOROTH, während "Monument Of Blood" entfernt an frühe EMPEROR denken lässt - doch überwiegt auf weiter Flur das charakteristische, eigene Klangbild der Band, wozu auch Legatus' Stimme und Clean-Einlagen maßgeblich beitragen. Ihren Sound haben die Herren selbstredend einen Tick verfeinert. So schroff und kaltblütig HALPHAS' Lieder auch klingen mögen, so strahlen sie doch ein gehöriges Maß an Emotionalität aus und halten so den Grad der Entmenschlichung in Grenzen. "Bones And Dust" z. B. scheint - zumindest dem subjektiven Höreindruck nach - gleichermaßen Schmerz als auch Erhabenheit und Stolz ausdrücken zu wollen. Das gut 40-minütige Gemenge fügt sich zu einem Großen und Ganzen zusammen und gleicht einer Wanderung durch dichten Wald, die nur durch vereinzelte Lichtungen - musikalisch substituiert durch ruhige Passagen auf der Akustikgitarre - unterbrochen wird.

Überraschungen gibt es im Prinzip keine - und das ist auch gut so. HALPHAS wissen, was sie können und spielen ihre Stärken überzeugend aus. "The Infernal Path Into Oblivion" ist eine runde Sache und deutet darauf hin, dass die Band keine Eintagsfliege bleiben sollte. Zumindest für mich zählen die Hessen neben den großartigen LUNATIC AFFLICTION zu den Hoffnungsträgern der deutschen Szene. Da bleibt nur zu hoffen, dass die aktuelle Platte - entgegen ihres Titels - nicht den Weg in die Vergessenheit beschreitet...zumindest nicht, solange langhaarige Menschen mit schwarzen Kutten über die Erde wandeln.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (11.12.2019)

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