STARBORN - Savage Peace

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VÖ: 27.09.2019
Bandinfo: STARBORN
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Wochenende, die Sonne scheint. Was gibt es Schöneres, als sich eine geballte Ladung britischen Stahls reinzuziehen? STARBORN kommen da gerade recht. Die 2012 gegründete Band aus Newcastle hat im September ihr Debütalbum via Pure Steel Records auf den Markt geworfen, nachdem sie mit dem Demo "Born By The Wind" (2014) und der EP "The Dreaming City" (2015) bereits erste Gehversuche unternommen hatte. "Savage Peace" heißt das gute Stück und soviel sei schon mal verraten: Wer seinen Metal pur, unangepasst und räudig mit einer epischen Note liebt, wird mit STARBORN tatsächlich sowas wie seinen wilden Frieden finden.

Von wegen britischer Stahl. Schon nach den ersten Takten wird klar: STARBORN sind dem klassischen US-Power Metal ganz entschieden näher als dem NWoBHM ihrer Vorväter. Zwar finden sich immer wieder Zitate der eigenen Wurzeln, meist in Form von zweistimmigen Gitarren-Leads, insgesamt dominieren aber die scharfen, fast schon thrashigen Riffs, begleitet vom hyperaktiven Ganzkörper-Workout des Drummers. Dabei geht es mitnichten immer voll auf die Zwölf. STARBORN variieren ihr Tempo innerhalb der Songs so oft, dass man als Hörer irgendwann heillos überfordert ist. Die Hooks, an denen man sich festhalten kann und die einem Song Wiedererkennungswert liefern könnten, sind äußerst spärlich gesät. Ich habe das Album inzwischen bestimmt schon zehn Mal gehört, bin aber weit davon entfernt, mich darin zurecht zu finden. Um es positiv zu formulieren: Man entdeckt ständig etwas Neues, das Album nützt sich nicht ab. Im Umkehrschluß fehlt der Band allerdings jedes Alleinstellungsmerkmal, jener Aha-Effekt, wegen dem man eine Band zur Lieblingsband erklärt. Für manche mag das Sänger Bruce Turnbull sein, der mit sehr viel Leidenschaft an die Songs herangeht. Für meinen Geschmack fast schon etwas zu viel Leidenschaft - passt aber insgesamt gut zu den etwas chaotischen Songstrukturen der Band.

Die acht über 53 Minuten verteilten Songs sind eine echte Herausforderung an den Hörer. Wer sich auf STARBORN einlässt, wird mit ausgesprochen abwechslungsreichem Songwriting und anspruchsvoller Lyrik belohnt. Andere würden behaupten: Mit konfusem Songwriting und anstrengender Lyrik. Keine leichte Kost in jeder Hinsicht - und selbst beim mittlerweile elften Hördurchlauf habe ich noch keine endgültige Meinung dazu. Und das ist auch irgendwie schon wieder ein Kompliment.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: adl (29.10.2019)

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