MISTER MISERY - Unalive

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VÖ: 04.10.2019
Bandinfo: MISTER MISERY
Genre: Modern Metal
Label: Arising Empire
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Lineup  |  Trackliste

Wir haben Anfang Oktober im Jahr 2019. Vier Wochen sind es noch bis Halloween, aber eine Stockholmer Band feiert die Gruselzeit das ganze Jahr über. Liest man ihre Songtitel und Lyrics, hört man die schaurig geschriebenen Songs mit den Spezialeffekten und sieht man die mehr oder weniger gruseligen Videos mit Schminke und Filmblut, dann weiß man, dass man das richtige Album für die Halloween Party in der Hand hat.

Auch wenn die Jungs wohl ihre Erlebnisse und Erfahrungen - kann sein, dass auch so manche Albträume darunter sind - in schräge, blutrünstige Texte und modernes, heavy Songwriting zwischen Rock, Gothic, Punk und Metal verarbeiten, so kann man sich dem Eindruck nicht entziehen, dass dies mit einem Augenzwinkern geschieht. MISTER MISERY sind nämlich nicht dunkel genug und haben einfach zu viel Spaß bei ihren Shows und den Videos, als dass sie sich als 100 % morbid verkaufen können. So haben sie aber die Möglichkeit eine Nische aufzutun, in der nicht viele Bands unterwegs sind und mit ihrem Party Gothic Metal auch normalere Leute anzusprechen.

Wer wissen möchte, wie das gemeint ist, der schaut sich am besten mal "My Ghost" oder "The Blood Waltz" an. Beide Videos sprühen auf gewisse Weise - und damit meine ich nicht nur das Blut, sondern die Stimmung. Wenn sich jemand so tief in die Nasenlöcher filmen lässt, dann weiß man, wie unernst die Lage ist. Optische Parallelen zu MARILYN MANSON sind sicherlich  erwünscht (zweifarbige Augen), aber sich 100% in seine Richtung begeben will man nicht, zumindest nicht musikalisch.

Passend zu Modern Metal und Gothic sind auch Gesang und Backing Vocals - bis auf ein paar Ausnahmen. Gelegentlich frage ich mich, was die Quietsche-Stimme von Sänger Harley Vendetta soll, weil er ja hören lässt, dass er anders kann. Wenn es rein für den "Wir-sind-anders"-Effekt ist, okay, dann eben bitte. Aber an sich gefallen mir Songs wie "Rebels Calling", "Stronger" oder "Live While You Can" besser, weil sie eben nicht ganz so quietscheentenmäßig kommen.

Neben dem schon erwähnten Grusel-Highlight "My Ghost" (kommt mir wie die moderne Version der alten Spuk-Songs aus der Herman-Munster-Show vor) sind folgende Nummern auf jeden Fall anhörenswert:
- "Tell Me How" mit dem heavy Riff als Grundgerüst und der düster gehaltenen Stimmung sowie den "normalen" Vocals, die richtig schön sind bzw. zu schön für die Monstershow
- der dahinpreschende Doublebass bei "Legion" passt irgendwie gar nicht zum bisher gehörten und der Gruselband, sondern könnte auch bei einer Thrash-Metal-Band zu finden sein, die sich mit Melodic Rock gepaart hat
- "Stronger" mit dem klassischen Midtempo Riff und der gut gemachten Mischung aus kräftigen Rock-Vocals, lässigem Mitsing-Chorus und eingängigem/packendem Sound
- "Live While You Can", was man nach dem bisher gehörten, eigentlich nicht von ihnen erwarten würde.

Kurz zusammengefasst: Die zehn Songs des Albums sind eine interessante Mischung aus morbidem thrashigem Melodic-Mix und punkig-flotten Metal-und Rocksongs, die Anlehnung an der Herman-Munster-Show nehmen und sich mit den Grusel-Effekten toll als Halloween Party Musik einsetzen lässt. Die Jungs sind recht gut drauf und spielen gut. Der Gesang ist gelegentlich abgefahren und die Soundeffekte sind schräg. "Unalive" ist unpassenderweise in diesem Fall sehr lebendig und lebensfreudig.
 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (12.10.2019)

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