NORIKUM - Ad Nauseam

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VÖ: 14.09.2019
Bandinfo: NORIKUM
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Lust auf eine ordentliche Gnackwatschn zum Feierabend? Wie wäre es mit den steirischen NORIKUM, die mit „Ad Nauseam“ kürzlich ihr zweites Vollrund in die Regale wuchteten und die wir euch schon in unserer Reihe Underground von Unten vorstellten? Die Zeichen stehen bei den irgendwo zwischen melodischem Todesmetall und sägendem Thrash angesiedelten Steirern auf kompromisslosem Hochgeschwindigkeitsgetrümmer, das es so richtig in sich hat. Das Gaspedal meist bis zum Anschlag durchgetreten, locken NORIKUM sowohl mit melodischen Gitarrenläufen, als auch einer guten Prise technischer Fertigkeiten, die sie songdienlich hervorzukehren wissen.

Das zeigt sich schon im Opener „Translucent Walls“, in dem  nicht nur das Schlagzeug rattert wie ein Maschinengewehr, sondern auch die Finger nur so übers Griffbrett flitzen, wenn zwischen derben Riffs ausgiebigst soliert wird. Gerade die längeren Titel wie „Occupation“ oder „Grind“, das trotz seiner Überlänge von sieben Minuten eine kräftige Rille in die Gehirnrinde fräst, prügeln den Hörer zwischen turmhohen Gitarrenwänden regelrecht windelweich. „Prey“ tritt das Gaspedal einmal mehr kräftigst durch, während ein stampfender Brecher wie „Melan Cholos“ einen zum Watschenmann degradiert und zwischen sägenden Gitarren zerreibt, um schließlich den kümmerlichen Rest vom zutiefst hasserfüllt grunzenden Fronter Paul in Grund und Boden plärren zu lassen.

Erholung gibt es keine, höchstens im abwechslungsreichen „An Axe Named Silence“, dass das Tempo streckenweise etwas herausnimmt und dabei bösartig am unteren Ende des Tonspektrums herumgrummelt. Überwiegend regieren aber die rohen todesmetallischen Vorschlaghämmer, die NORIKUM mit Vehemenz niedergehen lassen, bisweilen auch mit einer leicht thrashigen Note garniert wie in „Prey“ und „Masoch“, aber immer wieder mit technischen Finessen vor allem in der Gitarrenarbeit versehen, die einem ein anerkennendes Grinsen ins Gesicht treiben. Mit der finalen Abrissbirne „Strive“ (mit Musikvideo!) kicken die Steirer ein letztes Mal direkt in die edelsten Teile – eine Wirkung, die vor allem vom sanften Akustikgitarrenintro des Songs dick unterstrichen wird.

NORIKUM haben für ihr neuestes Rund ihr Soundspektrum etwas ausgemistet, und setzen statt allzu moderner Einsprengsel mehr auf die brutalere, technischer orientierte Ecke des Death Metal. So glänzt „Ad Nauseam“ vielleicht weniger mit Abwechslung, als vielmehr mit polierter Technik, die das Zeug hat, einem so richtig die Fresse zu polieren. Für  NORIKUM braucht man also schon etwas Stehvermögen, denn für Weicheier ist das breit aufgestellte, anständig produzierte Geböller nichts – wie man schon anhand des angemessen verstörenden Covers zweifelsfrei erkennen kann – aber wer sich gerne nach getanem Tageswerk die Gehörgänge durchblasen lässt, der sollte seinen Riechkolben in „Ad Nauseam“ tunken. Für Schäden an Leib und Leben durch zwanghaftes Propellerbanging wird nicht gehaftet!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (07.10.2019)

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