STARGAZER - The Sky Is The Limit

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VÖ: 11.10.2019
Bandinfo: Stargazer
Genre: Hard Rock
Label: Mighty Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

STARGAZER'S Debütalbum erschien vor langen neun Jahren und es war ihm leider kein größerer Erfolg gegönnt. Erst jetzt erscheint also der Nachfolger namens "The Sky Is The Limit". Die Bandbesetzung ist durchaus prominent: Neben den Gründungsmitgliedern William Ernststen an der Sechssaitigen und Tore Andr Helgemo am Mikro finden wir im aktuellen Line-up BP Hovik (Peer Gynt, Ronni Le Tekrø+Terje Rypdal) am Schlagwerk und am Bass Erik Svendgard. Dieser hat schon mit JORN, MICKEY MOODY von WHITESNAKE, KEE MARCELLO (EUROPE) sowie TORSTEIN FLAKNE von den STAGE DOLLS gespielt. Auf dem neuen Rundling sind Morten “Morty Black” Skaget (TNT) und Morten Skogstad (STAGE DOLLS) zu hören. Diese Rythmus-Sektion hat bislang einzig auf TNT'S "Intuition" zusammengespielt. Gemixt und gemastered wurde das Ganze von Søren Andersen (bekannt u.a. von GLENN HUGHES) in den Medley-Studios in Kopenhagen.

Genug mit dem Namedropping. Was bietet uns "The Sky Is The Limit"? Lt. Promo-Info spielt die Truppe "In your face classic melodic Hard Rock mit Elementen von LED ZEPPELIN, VAN HALEN, WHITESNAKE, DIO und DEEP PURPLE". Die Zielgruppe ist somit ins Visier genommen. Relativieren muss man das  aber nach dem ersten Hören dennoch ziemlich flott. VAN HALEN und LED ZEPPELIN höre ich da so gar nicht raus und auch was DIO und PURPLE angeht, braucht man schon gehörige Fantasie. Dafür ist eine Überdosis an WHITESNAKE festzustellen, wie z.B. beim Titeltrack, der vom Riffing her "Bad Boys" vom "1987"-Opus mehr als nur nahesteht. Der Gesang zwar etwas höher als bei Coverdale zu seinen guten Zeiten, aber dennoch eindeutig inspiriert von der Weissen Schlange zu ihren Endachtziger-Zeiten (weniger zu den bluesigen Vorgängerjahren!).

"I'm The One" schließt nahtlos daran an. Die Gitarrenarbeit erinnert des öfteren an TNT's Ronni Le Tekrø, sehr filigran, was da aus den Boxen tönt. Die Produktion ist schön hallig, der Achtziger-Freund weiß das sehr zu schätzen. Here we go:

               

"Shadow Chaser" erinnert eher an DOKKEN oder LYNCH MOB, auch hier das Highlight die klasse Gitarrenarbeit von William Ernstsen, der Chorus leicht "TNT-meets-Yngwie Malmsteen" zu "Marching Out"-Zeiten. 

"So Now You're Leaving" hat den ultimativen "Is This Love"-Touch, eine schicke groovige Ballade mit prima Gesang von Tore André Helgemo. Könnte so auch auf "1987" und "Slip of The Tongue" stehen. Hier kann man sich davon überzeugen:

                  

"Lost Generation" geht wieder flotter zur Sache, wobei mir bei diesem Track der Chorus nicht ganz so gut reinläuft, eher ein Stück, das etwas an einem vorbeigeht. "Cold As Ice" hat mehr als sechseinhalb Minuten Spieldauer und ist KEINE Foreigner-Coverversion. Ein eher bluesiger Stampfer mit leicht metallischen Anleihen. Ganz ok aber kein absolutes Highlight. Auch "Turn Me On Forever" fällt in diese Kategorie, auch wenn der Song nett vor sich hintreibt aber unterm Strich ist in der Mitte des Albums doch ein wenig  Leerlauf festzustellen.

Die Hymne "Every Dog Has Its Day" ist da schon wieder ansprechender, endlich wird der Hörer wieder mitgerissen. Einer der besten Songs auf "The Sky Is The Limit". 

"Racing The Devil" ist ein Instrumental, welches die Gitarrenkünste von Maestro Ernstsen nochmals vorführt, mit gut sieben Minuten aber meines Erachtens um einiges zu lang.

"Come To Me" ist die zweite Ballade des Albums, die aber ein bisschen arg süßlich-kitschig geraten ist. 

Der Abschlussdreier "Sentimental Guy", "Takin' It Slow" und "Silenced By The Wind" liefert noch einmal solide Hardrock-Kost, ohne dass jedoch ein absoluter Knallersong dabei wäre. Gleichzeitig ist das auch das Manko der gesamten Scheibe: Alles klingt sehr gefällig und ist außerordentlich gut produziert, aber die letzte Hürde von "gut" zu "ausgezeichnet" wird leider nicht gerissen. Zudem ist die CD mit über 66 Minuten Laufzeit einfach zu lang, um den Hörer dauerhaft bei der Stange zu halten. Da wären zwei bis drei Songs weniger mehr gewesen.

Dennoch gebe ich "The Sky Is The Limit" wegen der klasse Produktion, der tollen Gitarrenarbeit und dem gutklassigen Gesang knappe 3,5 Punkte. Die-Hard-WHITESNAKE-Fans könnten sogar noch ein bisschen mehr angetan sein.

 

 

 

 


 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (17.10.2019)

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