FATAL EMBRACE - Operation Genocide

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VÖ: 27.09.2019
Bandinfo: FATAL EMBRACE
Genre: Thrash Metal
Label: Iron Shield Records
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Lineup  |  Trackliste

Über den steinigen Werdegang der Berliner Thrash-Horde FATAL EMBRACE hat Ex-Kollege Fröwein in seinem Review zu "The Empires Of Inhumanity" (2010) bereits ausführlichst berichtet. Und auch sonst könnte man dessen Zeilen fast 1:1 für das aktuelle Output "Operation Genocide" übernehmen. Diese Jungs haben den Thrash Metal der alten amerikanischen Schule inhaliert, aufgesogen und verinnerlicht. Das lässt bewusst wenig Spielraum für Kompromisse oder Experimente. Und so verzichten sie auch auf diesem sechsten Album weitgehend auf Überraschungen und brettern nach einem kurzen Intro mit Höchstgeschwindigkeit durch zehn mehr oder weniger nackenbrechende Kompositionen.

Dafür, dass neben der Raserei die Abwechslung nicht zu kurz kommt, sorgen Songs wie das dezent NWoBHM lastige "Your Spiritual Quest" oder die dezent epische Midtempo-Hymne "Criminal Scum". Obwohl sich FATAL EMBRACE im SLAYEResken Gemetzel hörbar wohler fühlen, bleiben sie auch bei diesen Tracks glaubwürdig. Natürlich darf auch diesmal die obligatorische Covernummer nicht fehlen - diesmal hat man sich "Metal Thrashing Mad" vom legedären ANTHRAX-Album "Fistfull Of Metal" vorgeknöpft. Die kommt übrigens unmittelbar nach meinem persönlichen Anspieltipp: "Spawn Of Plagues" ist eine in sich verhältnismäßig abwechslungsreiche Nummer, die mich an längst vergangene "Kill 'em All" Zeiten erinnert.

Neuerlich also ein Album, das die Oldschool Thrash-Gemeinde guten Gewissens blind kaufen kann und nicht enttäuschen wird. Auch diesmal wird sich die Frage stellen, warum FATAL EMBRACE immer noch als Geheimtipp gehandelt werden und nicht schon längst zu den bekannteren Teutonen-Thrashern aufgeschlossen haben. Qualitativ stehen die Berliner ihren Genrekollegen kaum nach - vor allem diese Frische und die Unbekümmertheit, mit der die Band nach all den Jahren immer noch zu Werke geht, macht wirklich Spaß. Wirklich neu und eigenständig ist das hier freilich alles nicht - will es aber auch ganz offensichtlich nicht sein. Und das ist ja auch mal okay.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: adl (20.09.2019)

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