IVORY TOWER - Stronger

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VÖ: 23.08.2019
Bandinfo: IVORY TOWER
Genre: Progressive Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Was macht eine Band, die nach acht Jahren ein neues Album mit neuem Sänger und neuem Schlagzeuger veröffentlichen möchte? Richtig: Sie versucht mehr denn je noch besser, noch stärker zurückzukehren. Und so nennen die Hamburger Progressive Metaller IVORY TOWER ihr fünftes Album kurzerhand "Stronger". Deutlicher kann ein Statement nicht ausfallen.

Fast als wollten IVORY TOWER dieses Statement in Arial Bold rot 30 Punkt und mit gelbem Leuchtstift markiert nochmal extra hervorheben, steigen sie mit einem der stärksten Songs ins Album ein, die ich in den vergangenen Monaten dieses Jahres zu hören bekam. "The Offer" reißt das volle Programm an: Hymnisch, fast schon episch baut sich der Song langsam auf, bis zum Refrain, der sich schnell in den Gehörgängen einnistet. Zugleich drückt Neo-Sänger Dirk Mayer dem Hörer seine Visitkarte in die Hand und beweist eine beeindruckende stimmliche Vielfalt. In dieser Tonart geht es mit "Loser" weiter, das sich in den Strophen durch eine etwas aggressivere, thrashigere Gangart auszeichnet und im Refrain neuerlich ein Hook setzt, das noch länger nachwirkt.

Bereits nach diesen beiden Songs kann man die neue Marschrichtung von IVORY TOWER ausmachen. Man heftet sich weiterhin die progressive Plakette an die Brust, behält aber die Zugänglichkeit der Songs im Blickfeld. Die Melodien gehen entsprechend rasch ins Ohr, Akzente kommen zu einem großen Teil vom Sänger, der es auch versteht, glaubhaft zu shouten und ab und an auch mal den jungen Rob Halford rauslässt. Die Keyboards werden meist sphärisch eingesetzt, was mich im Verlauf des Albums immer wieder an THRESHOLD erinnert. Nicht die schlechteste Referenz, würde ich meinen.

Über die stolze Spielzeit von über 70 Minuten betrachtet schleicht sich natürlich auch die eine oder andere Länge ein, doch Songs wie das rasante "Slave", das dezent SAVATAGE-lastige "Strong" reißen den Hörer immer wieder aus einer latent drohenden Lethargie und unterstreichen den Albumtitel. Stronger - stärker - sind IVORY TOWER in der Tat geworden, reifer und irgendwie auch moderner. Da sieht man dann auch gerne mal darüber hinweg, dass sie beim letzten Track "One Day" ein bisschen mit der Albumlänge geschummelt haben und nach mehreren Minuten der Stille noch eine versteckte Grußbotschaft an die Hörer hinterlassen haben. Auf jeden Fall eines der stärkeren Prog-Alben des heurigen Jahres und für IVORY TOWER ein großer Schritt vorwärts.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (22.08.2019)

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