PICTURE - Wings

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VÖ: 16.08.2019
Bandinfo: PICTURE
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Vor wenigen Monaten beglückten uns PICTURE erst mit dem Live-Album "40 Years Heavy Metal Ears - 1978-2018" in klassischer Bandbesetzung. Die vor wenigen Jahren verbliebenen beiden Urmitglieder - Bassist Rinus Vreugdenhill und Schlagzeuger Laurens "Bakkie" Bakker - konnten sich vor drei Jahren tatsächlich wieder mit Gitarrist Jan Bechtum und Sänger Ronald van Prooijen vereinigen. Dieses Quartett, das das Debüt anno 1980 veröffentlicht hat und nun verstärkt um den zweiten Gitarristen Appie de Gelder agiert, spielte zehn Songs für das neue Album namens "Wings" ein. Ob einem das Flügel verleiht gilt es zu untersuchen.

"Line Of Fire" legt los als gäbe es kein Morgen. Die Produktion ist sauber, die Instrumente klar voneinander abgegrenzt, so wie es sein sollte, in der Realität aber oftmals nicht ist. Der ziemlich metallische Opener ist gut gewählt, so beginnt man ein Album. Einzig, dass ein "richtiger" Chorus fehlt könnte man dem Track ankreiden.

Der Titelsong nimmt dann einiges an Tempo raus und hört sich an wie ein übrig gebliebener Deep-Purple-Song, vor allem wegen der prominent hörbaren Hammond-Orgel. Der Song schleppt sich aber etwas arg langatmig dahin wie ich finde.

"Little Annie" schließt daran an, zwar gut gesungen aber irgendwo ohne richtigen Höhepunkt und Chorus. "Is It Real" geht da schon wieder anders zur Sache. Ein speedbetonter Rocker mit ordentlich Wumms, der wie gemacht ist für die Live-Bühne. Dass mit "Blown Away" ein weiterer Song dieser Machart gleich unmittelbar daran anschließt hätte ich anders gelöst, aber ich wurde nicht gefragt. 

"No Place To Hide" ist ein eher stampfender Rocker, während das langsam beginnende "Empty Room" wiederum eine der für mich fast zu vielen speedigen Nummern auf dem Album ist, wenngleich das Lied zu den besseren auf "Wings" gehört.

Der Chorus von "Never Enough" wurde m.E. dreist von "We're An American Band" übernommen, da wurde offenbar nicht einmal der Versuch unternommen, das zu vertuschen. Guter Song aber mit Plagiat-Beigeschmack.

"Still Standing" ist schließlich der beste Song des Albums, drückt auch das Gaspedal bis zum Bodenblech durch und hat dabei  einen zündenden Refrain, der mir bei einigen andere Songs der Scheibe einfach fehlt.

Das fast siebenminütige "Stroke" ist sehr episch angelegt, mit etlichen Soundeffekten aufgepeppt, zündet aber bei mir auch nicht wirklich und hätte man durchaus etwas kürzen können.

"Wings" krankt für mich etwas an den nicht immer mitreissenden Songs, die ohne Refrain daherkommen. Zudem sind mir etwas zu viele gleichförmige Uptempo-Nummern enthalten, die sich nicht selten nur in Nuancen voneinander unterscheiden, was zu Lasten des Abwechslungsreichtums geht. Auf der Habenseite stehen die tolle Produktion und der ausdrucksstarke Gesang von Ronald van Prooijen, der der Scheibe seinen Stempel aufdrückt. So bekommt "Wings" für mich leider nur drei Punkte, da doch sehr viel Durchschnitt vorhanden ist, der sich nicht aus der Veröffentlichungsflut hervorhebt.

 

           

 

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (11.09.2019)

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