SOULLINE - The Deep

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VÖ: 07.06.2019
Bandinfo: SOULLINE
Genre: Modern Metal
Label: Profance Records
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Lineup  |  Trackliste

SOULLINE sind eine fünfköpfige Melodic Death Metal-Formation aus dem Italienisch sprechenden Kanton der Schweiz. Fünf Alben, über 200 gespielte Konzerte und acht Europa-Tourneen im Vorprogramm von unter anderem MOONSPELL, ROTTING CHRIST oder VADER kann das Quintett bisher vorweisen. Ihren ersten Festivalgig absolvierten SOULLINE anno 2008 direkt am Metal-Mekka in Wacken. Auf ihrer Tour mit ILLDISPOSED im letzten Jahr, die sie auch nach Wien führte, stellten sie außerdem unter Beweis, dass sie live wahnsinnig Spaß machen, wodurch die Erwartungen an "The Deep" entsprechend hoch waren. Ihren fünften Longplayer haben sie ursprünglich schon im Herbst 2018 selbst herausgebracht, nun erfolgte der Re-Release über Profane Records mit zwei zusätzlichen Songs.

Auf "The Deep" lässt sich wieder Gesang vorzufinden, der im Vorgänger "Welcome My Sun" komplett weggelassen wurde und im Einstiegssong "Leviathan" - gepaart mit rhythmischen Riffs und Drums, die sofort mitnicken lassen - noch gut funktioniert, schon im anschließenden "Cool Breeze" aber nicht mehr ganz so rund aus den Lautsprechern schallt. Der angestrebte Stilbruch erzeugt somit keine vorteilhafte Symbiose und wohl mehr Bruch als beabsichtigt. Es wirkt fast so, als hätte Frontmann Ghebro seine Tonlage noch nicht gefunden. Nachdem Songs wie "Nightmare" und "The Fall" auch noch beim x-ten Durchhören spurlos an mir vorbeiziehen, wird mit "Filthy Reality" und "Into Life" wieder mehr Fahrt im Instrumentalen aufgenommen, inklusive Gitarrenparts, die mich aufhorchen lassen. Auch "The Game" ist instrumental anfangs sehr gut, sobald die Vocals dazu einsetzen, ist der vielversprechende Einstieg aber bald verschwunden. Insgesamt wirkt der Song nicht stimmig, die Vocals passen auf einer schon fast unangenehmen Ebene nicht zueinander und besonders starkes Songwriting kann "The Game" auch nicht vorweisen. Für mich die größte Enttäuschung des Albums.

Mit "Truth Will Out" und "The Curse" haben es anlässlich des Re-Release noch zwei weitere Songs auf das Album geschafft - und die kommen deutlich stärker und stimmiger daher als die anderen zehn Songs. Vor allem der erstgenannte Song hat sich sofort als Highlight auf "The Deep" entpuppt. Wenn das komplette Album auf diesem Niveau wäre, hätten wir hier ein Melo-Death-Meisterwerk vorliegen. Dass SOULLINE definitiv das Zeug für ein solches hätten, haben sie in etlichen Ansätzen bewiesen.

Fazit: "The Deep" wirkt leider unausgegoren. SOULLINE beweisen stellenweise definitiv das richtige Gespür für mitreißende Melodien, können das Niveau auf Dauer aber nicht halten und verirren sich immer wieder schnell in seichtere Gewässer.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (22.07.2019)

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