HOLLOW HAZE - Between Wild Landscapes And Deep Blue Seas

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VÖ: 12.07.2019
Bandinfo: Hollow Haze
Genre: Melodic Metal
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem Mastermind Nick Savio mit ETERNAL IDOL samt Fabio Lione neue Wege beschreiten wollte, wurde HOLLOW HAZE mehr oder weniger zu Grabe getragen und ich muss gestehen, dass ich schon seinerzeit daran gezweifelt habe, dass es das gewesen sein soll. ETERNAL IDOL wurde von den Fans eher so semi-gut angenommen und auch ich kann mich am heutigen Tage an KEINEN der Songs mehr erinnern. Umso schöner ist es, dass sich Nick wieder auf sein Baby besinnt mit HOLLOW HAZE. Kollege Dave Cestaro ist am Bass wieder dabei und die Neulinge Paolo Caridi an den Drums und Fabio Dessi an den Vocals komplettieren das Lineup. Letzterer dürfte den meisten vielleicht schon als Sänger von ARTEMIS bekannt sein. Der Titel "Between Wild Landscapes And Deep Blue Seas" liest sich etwas anstrengend, wird aber von einem wirklich schönen Artwork in Szene gesetzt.

Musikalisch wirkt das Ganze noch etwas progressiver und moderner, hat aber nichts von der Klasse eingebüßt, die HOLLOW HAZE in der Vergangenheit ausgezeichnet hat. Der Opener "Destinations" wird von durchaus beeindruckenden Orchestrationen eingeleitet, die in sehr wuchtige Drums übergehen, was den Song förmlich explodieren lässt. Die Produktion ist nochmal eine ganze Ecke kraftvoller als auf den vorangegangenen Werken, was durchaus Eindruck schindet. Fabio Dessi ist ein grandioser Sänger, der Charisma mitbringt und eine Stimme hat, die ihresgleichen sucht. Hier und da erinnert er mich an Georg Neuhauser von SERENITY, aber ich muss ehrlicherweise sagen, dass der gute Fabio noch einen Hauch mehr drauf hat... "Destinations" ist ein zugänglicher Track, der die Marschroute für das Album perfekt vorgibt. Eine gewisse Härte, fette Orchestrationen und ein Refrain, der auf den Punkt genau funktioniert. "Oblivion" schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist aber tatsächlich noch ein Stück weit aggressiver und forscher in seiner Gangart. Allein die Bridge könnte als Chorus durchgehen, aber auch das wissen HOLLOW HAZE mit dem eigentlichen Chorus natürlich noch zu toppen. Musikalisch greift jedes Rädchen ineinander und ich erkenne keinen Raum für Belanglosigkeiten, die die Songs strecken könnten. Selbst das kurze Solo nach dem ersten Refrain ist wieder so ein Detail, was mir sehr zu gefallen weiß. "It's Always Dark Before The Dawn" ist nicht nur ein wunderschön ausgewählter Titel, nein, er klingt auch wahrlich schön. Emotionale Pianoklänge leiten dieses ruhige Stück ein, das mit einer verzerrten Strophe aufgebaut wird, die nach und nach an Fahrt gewinnt. Der Refrain hat was balladeskes, ist aber von viel Energie und Emotionalität geprägt. Gehobenes Midtempo lässt auch nicht zwingend eine klassische Ballade erkennen.

Ein Highlight möchte ich mit "The Upside Down" hervorheben, das erneut mit behutsamen Orchesterklängen und einer dominanten Gitarre eingeleitet wird. Bei dem Song muss ich unweigerlich an DGM denken, die in Sachen Prog einen ähnlich modernen Klang anstreben, der dennoch nie den Ohrwurmfaktor vernachlässigt. HOLLOW HAZE schaffen es, das alles so einfach klingen zu lassen, aber der Detailgrad ist wirklich erstaunlich hoch und bietet enorm viel Entdeckerpotenzial. "New Era" wiederum könnte perfekt auf einer SERENITY Platte stehen und hat gerade im Chorus einen hohen Power Metal Anteil zu bieten. Schön finde ich, dass man mit "Behind The Wall" einen Rausschmeißer gewählt hat, der ein weiteres Mal den Energielevel sehr hoch ansetzt und dem Hörer gar keine Luft zum atmen lassen möchte. Das treibt einen förmlich in den nächsten Durchlauf der Platte, die ohnehin keine nennenswerten Schwächen offenbart...

"Between Wild Landscapes And Deep Blue Seas" torpediert alles, was die durchaus beachtliche HOLLOW HAZE Diskografie bisher auf die Beine gestellt hat und liefert eines der größten Highlights des Jahres ab. Mit Fabio Dessi hat man sich einen Sänger an Bord geholt, dem man wirklich zuhören WILL. Schön, dass Nick Savio seine Herzenstruppe wieder auferstehen lassen hat und mit diesem Werk ein neues Kapitel aufschlägt, das hoffentlich noch lange andauert!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (16.07.2019)

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