HELLSCREAM - Hate Machine

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VÖ: 26.07.2019
Bandinfo: HELLSCREAM
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Sechs Jahre nach dem Erstschlag ("Made Immortal", 2013) öffnen sich die Tore der Hölle neuerlich und ein markdurchdringender Schrei ertönt. Die US-Kapelle HELLSCREAM veröffentlicht dieser Tage ihr neues Album. Der Titel "Hate Machine" lässt bereits im Vorfeld vermuten, dass es sich dabei um keine Kinderjause handelt. HELLSCREAM wollen sich nicht einschleimen. Sie wollen mit dem Kopf durch die Wand. Ohne Helm.

Der höllische Schreihals Norman Skinner - laut Promowisch "bekannt und berühmt von TRAMONTANE, MACHINE CALLED MAN, DIRE PERIL und IMAGIKA" hat die gesamte Palette der Vokalakrobatik drauf. Harsche Shouts, spitze Screams, teuflisches Geflüster und typisch US-Powermetallischen Gesang - wofür andere Bands mindestens zwei Sänger benötigen würden lassen HELLSCREAM ihren Frontmann sämtliche Gesangsparts im Alleingang meistern. Und das funktioniert weitgehend sogar ausgesprochen gut. Sein Partner in Crime, Gitarrist Dave Garcia, laut Labelinfo "seit CAGE und THE THREE TREMORS voller Ruhm und Ehre" und optisch eine Mischung aus dem Hulk und Bret Hart, frickelt sich durch die Songs, dass es eine helle Freude ist. Selten geht die Band dabei so gradlinig vor wie auf "Slaves Ot The Sand". Die meisten Songs überraschen mit unerwarteten Wendungen, biegen nach einem gemächlichen Einstieg plötzlich auf den Highway zur Hölle ab, fahren unerwartet mit einem Mördertempo gegen die Wand und schweigen plötzlich in Todesstille - "Another Angel Down" sei hier als Beispiel genannt. Das alles kann für den Hörer spannend und mühsam zugleich sein. Das Songmaterial ist gut, aber nicht zwingend. Und jedenfalls alles andere als einfach zugänglich - was HELLSCREAM aber auch ganz eindeutig nicht sein wollen.

Ähnlich verhält es sich mit dem gesamten Sound des Albums. Während das Schlagzeug fast ein wenig überproduziert klingt, kleiden sich die restlichen Instrumente und vor allem die Stimme in eher undergroundiges Gewand. Auch hier scheiden sich die Geister. Dieser Sound kann als authentisch beschreiben werden, andere würden es "unfertig" nennen. Nach meinem Geschmack hätte man der Platte gerne noch einen Feinschliff verpassen dürfen.

Insgesamt ein Album, das vor allem die Herzen der Fans früher ICED EARTH Veröffentlichungen erobern könnte. Wobei HELLSCREAM fast noch einen Zacken aggressiver, kompromissloser, aber auch unzugänglicher zu Werke gehen. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem Tripp durch die Hölle belohnt, der durchaus Spaß machen kann.

 

 

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: adl (19.07.2019)

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