SHEOGORATH - The Feeble And The Worthless

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VÖ: 20.02.2019
Bandinfo: SHEOGORATH
Genre: Extreme Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Das Wiener Duo SHEOGORATH tut es wieder! Und zwar ein Album aufnehmen – Scheibe Nummer Zwei ist unter dem griffigen Titel „The Feeble And The Worthless“ im Stormbringer-Loft eingetrudelt und bringt extremen Stoff in unsere schicken Wände. Der charmante,  handgezeichnete Stil der früheren Cover ist einem deutlich düstereren Artwork gewichen, das bis zu einem gewissen Grad auch die Entwicklung der beiden Musiker (die übrigens bereits mit den Arbeiten am dritten Album begonnen haben) zeigt. Zwar konnte der Wunsch von SHEOGORATH nach einem echten Schlagzeuger, der die Werke im Studio eintrümmert, nicht erfüllt werden, doch auch der Drumcomputer tut gute Dienste, ohne dabei allzu steril dahin zu hämmern.

Denn bei SHEOGORATH regiert einmal mehr die Abwechslung, wie man das bereits auf dem Vorgänger „Blackthology“ hören konnte. Man wildert in diversen Genres der extremen Ecke, von Black, über Death bis hin zu Thrash und würzt das Ganze mit rockig bis klassisch-metallischen Einsprengseln und einem dezenten Hauch Prog. In den Lyrics dreht sich weiterhin alles um Videospiele (zB Elder Scrolls, von welchem auch der Bandname inspiriert ist), die klassisch-klirrenden Eiswürfelthemen aus nordischen Landen sowie philosophischer Lebensfragen.

Bereits der Opener „Traverse The Light“ legt flott und durchaus melodisch vor und entpuppt sich schnell als recht breitwandiger Brecher mit ordentlichem Abrisspotenzial. In der Folge wettert es immer wieder ganz kräftig, sowohl bei „The Vision Of Fire“, mit eingestreuten langsameren, eher klassisch metallisch orientierten Passagen, als auch im mehr technisch ausgerichteten „Celestial Collapse“. Angemessenes Gitarrengeschrammel, etwas thrashig und mit durchaus grooviger Schlagseite findet man bei „Caller Of Void“, welches mit starken Gangshouts aufwarten kann und das Tempo gekonnt mit einem langen Akustikteil herausnimmt, aber seine Spannung dennoch behält.

Einen herrlichen Aggro-Track bietet die Blastbeat-Orgie „Abysmal Repulsion“, die einfach mit dem Holzhammer alles niederprügelt, das ihm in die Quere kommt. Doch neben Haudrauf-Songs können SHEOGORATH die feinere Klinge genauso gut führen, wie der scharfe, zwischen Death und Black pendelnde Titel „Azura“ mit seinem Abwechslungsreichtum und raumgreifendem Spannungsbogen beweist. Im am Ende des Albums platzierten Titeltrack lässt man sich wieder einmal zu ein wenig thrashiger Schlagseite im todesmetallischen Grundgerüst hinreißen, was zum Abschluss noch einmal ordentlich Schub bringt.

SHEOGORATH verstehen es äußerst gut, die vielfältigen Einflüsse zu einnehmenden Songs mit ordentlichem Wumms zu verarbeiten und bewegen sich dabei gerade so am Rande der Zugänglichkeit. Keine Frage, die Mischung die auf „The Feeble And The Worthless“ geboten wird ist spannend, doch tanzt auf einem schmalen Grat zwischen Fluss und Stückwerk, was für einige Hörer vielleicht schon zu viel des Guten, ähem, Bösen sein könnte. Für Freunde abwechslungsreicher, durchaus etwas abstrakterer Kost bieten SHEOGORATH viel zu entdecken, wer seinen Extreme Metal gerne stringenter hat, für den wird das zweite Album der beiden Wiener vermutlich schon zu Ideenüberfrachtet sein. Denn Hinhören statt Holzen ist hier die Devise.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (24.06.2019)

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