WINTERWOLF - Lycanthropic Metal Of Death

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VÖ: 14.06.2019
Bandinfo: WINTERWOLF
Genre: Death Metal
Label: Svart Records
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Lineup  |  Trackliste

Mit WINTERWOLF erhebt sich eine womöglich totgelaubte Kapelle aus dem finnischen Untergrund. Die Band, von deren Urbesetzung nur noch Gitarrist Corpse übriggeblieben ist, existiert mit Unterbrechung bereits seit 1997. Sie war der Vorläufer der Death-/Thrash-Truppe DEATHCHAIN, die nach dem Release der ersten WINTERWOLF-Demos gegründet wurde. Mitte der 2000er Jahre reaktivierte Corpse seine Band, die 2009 mit runderneuertem Lineup ihr Debutalbum "Cycle Of The Werewolf" veröffentlichte. Eine bescheidene Dekade später steht der Mond wieder günstig für ein zünftiges Geheul und den Nachfolger "Lycanthropic Metal Of Death".

Zehn Jahre sind eine lange Zeit, aber auch 19 Silvesterpartys nach der Jahrtausendwende ist im Proberaum des Wolfsrudels immer noch ungefähr 1990. Zeit ist relativ und dürfte für den Sound der Finnen eine eher untergeordnete Rolle spielen. WINTERWOLF spielen "[Oldschool] Death Metal von Fanatikern für Fanatiker" und machen damit keine Gefangenen. Ihr roher und ungeschliffener Sound punktet besonders mit seinen ranzigen Elchtod-Gitarrenwänden und dem drückenden Bass. Für die Beschreibung des Gesangs greift man nur zu gerne zu der anschaulichen Phrase der "gerülpsten Vocals". Dieses Attribut mag ein wenig inflationär verwendet werden, aber beim Genuss von Songs wie "I Am The Beast Of Death" oder "At Dawn They Eat" sieht man vor seinem inneren Auge schon die Brocken von Rottens Frühstück tanzen. Die Wölfe spielen gerne mit der Geschwindigkeit - mal zocken sie schleppend und mahlend wie zwei Mühlsteine auf Kuschelkurs und ein anderes Mal setzen sie auf die blastbeat-basierte spontane Zerstörung. Am besten gefallen mir die Winterwölfe, wenn sie ihren Brutalo Death Metal mit Breakdowns garnieren oder einen flotten Punkbeat aufs Parkett legen. Damit bieten Stücke wie "The Crypt Of The Werewolves" oder "Thisishispit" immer wieder nette Kristallisationskeime für eine ausgelassene Eskalation vor und auf der Bühne.

Damit ist im Prinzip das Wichtigste gesagt. WINTERWOLFs Oldschool Death Metal geht harsch nach vorne und teilt ordentlich aus. Die eingeschlagene Stilrichtung schreit von Natur aus nicht nach Innovation und das ist auch gut so. Ab und an könnte "Lycanthropic Metal Of Death" vielleicht etwas griffiger und mitreißender sein...möglicherweise muss man die Scheibe aber auch einfach nur bei Vollmond hören. Die Fans der alten Schule dürfen das gerne testen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (10.06.2019)

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