ENTOMBED - Clandestine - Live

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VÖ: 17.05.2019
Bandinfo: Entombed
Genre: Death Metal
Label: Threeman Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mittlerweile gibt es ENTOMBED in "Originalbesetzung" wieder, wenn auch in einer rudimentären Version. Und das auch schon ein paar Jahre. Daneben gibt es noch die 2014 von ehemaligen Mitgliedern gegründeten ENTOMBED A.D. Man befindet sich damit zwar nicht in italienischen Einhorngefilden was die Vielzahl an Versionen einer ursprünglich einzigen Band anbelangt, aber es ist dann doch auch schon ein wenig verwirrend. 

Wie auch immer, 2016 schnappte man sich drei Originalmitglieder und Robert Andersson als Sänger sowie Edvin Aftonfalk als Bassist von MORBUS CRON und zelebrierte ein Vierteljahrhundert "Clandestine", eines ihrer beiden wegweisenden Alben neben "Left Hand Path".

Ein schnöder Liveauftritt reichte hier natürlich nicht. Ein Orchester musste her. Die Steigerung einer Aufführung eines "legendären" Albums aus der eigenen Discographie ist immer ein Liveauftritt mit einem Orchester. IMMER! Mehr geht nicht. Ich warte gespannt auf das hoffentlich bald kommende  NAPALM DEATH-Opus "Scum" mit den Berliner Philharmonikern und den Wiener Sängerknaben als Chor. Was für ein mutterbeschlafendes Fest das wird!! und ein extra: !

Gut, jetzt haben sich ENTOMBED das Malmö Symphony Orchestra nebst anhängendem Chor geschnappt und spielen "Clandestine", arrangiert von Thomas Von Wachenfeldt. Das kann gut sein oder nicht. Ich weiß es nicht, mir liegt dieser erste Teil leider nicht vor. Warum man Journalisten nur mit dem halben Produkt bemustert entzieht sich meiner Kenntnis, angeschaut hätte ich es mir auf jeden Fall gern.

Gut, dann halt nur der zweite Teil des Jubiläums, die Liveaufführung im Bandformat.

Ja, "Clandestine" eben und ENTOMBEDs Überhit "Left Hand Path" als Zugabe. Für ein Livealbum ist das Resultat aber leider grandios blutleer. Robert Andersson ist jetzt nicht so der ultimativ zum Album passende Sänger, der Sound ist generell etwas sehr dumpf und das Publikum klatscht zwar brav zwischen den Songs, aber für ein Livedokument ist das alles ein wenig karg.

Der mumpfige Sound raubt den dereinst wegweisenden Songs massiv die Energie, welche die Band damals für kurze Zeit zu den großen Wegweisern im schwedischen Death Metal machte. Das Ding ist einfach nicht wirklich gut produziert und irgendwie auch nicht allzu liebevoll gespielt. Mir geht da einiges an Energie ab, Energie die ich, jetzt kommt´s, dereinst auf der mittlerweile legendären "Gods of Grind"-Tour 1992 im ebenso legendären Rockhaus zu Wien live miterleben durfte. Die Band war damals überlebensgroß und unantastbar.

Das, was wir auf "Clandestine - Live" hören ist allerdings leider nur ein vernachlässigbarer Abklatsch der einstigen Größe. Schade, Schade, liebe Elchschänder, aber dieses Livealbum hätte es nicht wirklich gebraucht. Da halte ich mich lieber am Original und schwelge in lustvollen Erinnerungen. Good times...

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (13.05.2019)

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