WORMWITCH - Heaven That Dwells Within

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VÖ: 05.04.2019
Bandinfo: WORMWITCH
Genre: Black / Death Metal
Label: Prosthetic Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

WORMWITCH aus Vancouver praktizieren seit 2015 die schwarzen Künste und kredenzen mit "Heaven That Dwells Within" bereits ihr zweites Studioalbum. Kunstkenner dürften sich an dem hübschen Frontcover erfreuen, das John William Waterhouses Gemälde "The Lady Of Shalott" zitiert. Es zeigt die namensgebende Lady von Shalott, sterbend und ein letztes Lied singend. Aber keine Angst - das Mitsingen des Albummaterials schadet nicht der Gesundheit...zumindest nicht der eigenen!

Die Kanadier spielen einen melodischen und mehrdimensionalen Black Metal mit häufigen Death Metal Einschüben, der auch gerne mal mit eher unmetallischen Einflüssen aufgepeppt wird. Im Vergleich mit dem Erstwerk "Strike Mortal Soil" (2017) hat sich stilistisch dahingehend etwas getan, dass bspw. Einflüsse aus dem Punk etwas zurückgenommen wurden und die Melange aus Black Metal und Death Metal den Schwerpunkt der neuen Scheibe darstellt. Mit den knarzigen Vocals überwiegt dabei noch das schwarzmetallische Lebensgefühl. Zudem fällt auch der aufpolierte und klarere Sound auf. Mit dem Mixing und Mastering wurde mit V. Santura  (DARK FORTRESS, TRIPTYKON) eine bekannte Personalie der europäischen Szene betraut.

Der Opener "Disciple Of The Serpent Star" serviert zum Einstieg Riffs aus Black und Melodic Death Metal, das Tempo variiert. Die Drums tackern ein breites Spektrum von gemütlichen Beats über Doublebass und Blastbeats bis hin zu treibendem Punk-Geprügel. Damit wird die Mischung des Debuts nicht komplett unter den Teppich gekehrt. "Two Wolves" addiert zu den schönen rollenden Death-Riffs deftige Thrash-Grooves und driftet in der zweiten Hälfte in atmosphärische Gefilde ab. Nachdem mit "Midnight Sun" eine mittelschnelle, zerstörerische Walze platziert wurde, gibt es mit "Dancing In The Ashes" einen Tausendsassa von Song und meinen unangefochtenen Hit des Albums. Die Nummer beginnt melancholisch, langsam und leise auf der Akustikgitarre, gefolgt von Chorgesang und tief emotionalen, cleanen Vocals. Die einleitende Passage ist an sich schon fesselnd, aber in Gesamtheit mit den nachfolgenden Stimmungswechseln und den gelungenen Übergängen wird daraus ein wahrhaftiges Schwergewicht. So entwickelt sich der Song mit den einsetzenden E-Gitarren zur Groove-Dampfwalze und packt zum Höhepunkt einige sparsam dosierte Blastbeats aus. Der Himmel färbt sich schwarz - und wenn zum Ende hin das lässige Heavy Metal Solo und die bluesigen Riffs auflockern, hört man die Wolken förmlich abziehen. Das Album mag grundsätzlich begeistern, aber "Dancing In The Ashes" ist einer dieser Songs, zu denen man im Auto fahrend ekstatisch die Teufelshörner zeigt und die Zunge rausstreckt...da mögen einen alle für total deppert halten, aber es ist einem schnurz! Mit "Lord Of Chains", "Iron Woman" und "Alone Before The Doors Of The Silent House" wird das Liedgut schließlich wieder etwas "orthodoxer" im Sinne des restlichen Albums und man findet zurück auf den Boden der Tatsachen. Die Singalongs und Oktavenriffs in "Iron Woman" lassen dabei noch einmal kurz abheben.

WORMWITCH mögen mir zunächst nicht geläufig gewesen sein, aber mit "Heaven That Dwells Within" haben sie sich einen Platz in meiner diesjährigen Bestenliste erspielt. Ihr eigenwilliger Black / Death Metal wirkt im zweiten Anlauf fokussierter und zielgerichteter, ohne dabei die anfängliche Liebe zum Rock und Punk komplett beiseite zu stellen. Dazu beweisen die Kanadier einen guten Sinn fürs Komponieren und treffen immer den richtigen Nerv. Man addiere dazu noch ein oder zwei Monstersongs der Marke "Dancing In The Ashes" und der Sprung in die Oberliga jenseits der vier Punkte rückt in greifbare Nähe. Hoffentlich werde ich nicht irgendwann mit WORMWITCH im Auto geblitzt...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (03.04.2019)

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