KATU KAIKU - Luna

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VÖ: 29.03.2019
Bandinfo: KATU KAIKU
Genre: (stilübergreifend)
Label: Svart Records
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Lineup  |  Trackliste

Unter dem Namen KATU KAIKU lassen drei finnische Musikschaffende elektro-akustischen Ambient-Jazz mit einer zutiefst dunklen Seele entstehen. Saxophonistin Adele Sauros, Bassist Mikael Saastamoinen und Schlagzeuger Erik Fräki verbindet das umsichtige Spiel mit der Lautstärke und eine moderne, populär zugängliche und trotzdem progressive Auffassung von Jazz. Jedoch, verehrte Metallisten: niemand brüllt, auch nicht die Instrumente. Wer ohne diese Merkmale nicht überlebt, zieht vorbei. Die Übrigen sind eingeladen, ein Ohr zu riskieren.

"Katu Kaiku" bedeutet soviel wie "Echo der Straße" und entspringt der Tatsache, dass sich das Trio zum ersten Mal im Jahr 2013 zusammenfand, um auf den Bürgersteigen von Helsinki miteinander zu musizieren. Mittlerweile haben sie ihr Zuhause beim facettenreichen Avantgarde-Label Svart Records gefunden und diesem Umstand ist auch zu verdanken, dass „Luna“ irgendwann in der Post des Stormbringer auftauchte. Ein äußerst glücklicher Umstand, wie ich meine.

Adele Sauros lässt hauptsächlich ihr Saxophon singen - mit warmem Klang und einem feinem Gespür für Dynamik. Der Bass windet sich tief und dunkel um die melancholischen Melodien während sich das beckenreiche Schlagzeugspiel oft im Hintergrund hält. Die Taktwechsel und eine ebenso mit Bedacht eingesetzte E-Gitarre treiben die Geschichte wesentlich voran, wie eine Wanderung durch unebenes Gelände. Mit dem Sound auf „Luna“ ist man sofort per Du. Das gelingt einerseits durch die allgegenwärtige Gelassenheit. Wie ein guter Freund ist die Musik „einfach nur da“ und erwartet nichts. Die naturbelassenen Aufnahmen auf „Luna“ vermitteln zudem eine wahnsinnig vertraute Atmosphäre. Kleine Atemgeräusche, die Saiten surren, die Klappen des Saxophons klicken, der Raumklang ist erfahrbar, als wäre man selbst anwesend. Mit guten Kopfhörern kommen einem die Instrumente ganz nah und man fühlt sich immateriell berührt.

Die minimalistischen Arrangements und der beinahe homöopathische Umgang mit dem Schalldruck werden auf „Luna“ von Emotionen aufgefangen, die derart subtil über die Musik transferiert werden, dass man im Unklaren darüber bleibt, ob man die passende Musik zur eigenen Stimmung ausgewählt, oder sich von ihr hat infizieren lassen. KATU KAIKU ist daher perfekt dazu geeignet, sich cinematisch zu betätigen - im eigenen Kopf oder für die Köpfe anderer Menschen. Feinster Eskapismus, nach dem passenderweise auch der abschließende Titel benannt ist.

Der Musik von KATU KAIKU sind keine wirklich konkreten Worte gewachsen. Deshalb verzichte ich auf weitere davon, sowie eine bewertende Ziffer, und spreche stattdessen eine herzliche Empfehlung hineinzuhören aus.

 



Ohne Bewertung
Autor: Daria Hoffmann (30.03.2019)

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