THE BUTCHER SISTERS - Alpha & Opfah

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VÖ: 24.05.2019
Bandinfo: THE BUTCHER SISTERS
Genre: Crossover
Label: Bleeding Nose Records
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Lineup  |  Trackliste

Es wird wieder kräftig muttergef*ckt (darf man das in einem seriösen Familienmagazin wie Stormbringer schreiben?): die Mannheimer Superprolos THE BUTCHER SISTERS sind wieder da, wie sie gleich beim ersten Track von „Alpha & Opfah“ (wäre da nicht „Alfah & Opfah“ noch realer gewesen?) öfter betonen.

Die letzte Scheiblette „Respekt und Robustheit“ war ja ziemlich gut geraten (und hat sich auch als erstaunlich langzeitfähig bewiesen), mit „Alpha & Opfah“ soll der Erfolg noch ausgebaut werden. Ein paar Dinge haben sich seit der letzten Scheibe auch geändert (mehr Schwerpunkt auf der Gitarrenarbeit, fettere Riffs, zwischendurch eingestreute Skits), ein paar Dinge sind gleichgeblieben (Asi-Rhymes, Penis-Humor und Gangsta-Realness straight from the Mannheim Hood).

Lustig geht es schon bei „Wieder Da“ los, die Gürtellinie wird hier gleich tiefergelegt als ein Golf GTI beim Wörthersee-Treffen (mit „fickedi-fickedi“-Refrain kann man ja eigentlich nichts falsch machen). [Kleine Sidenote: als TBS rappen „wir sind härter als Metallica“, reagiert man zunächst belustigt, bevor einem traurigerweise bewusst wird, dass das sogar stimmen könnte].

„Klick Klack“ klingt dann wie eine Verbeugung vor frühen BODY COUNT, nur dass hier nicht die Polizeisirenen und Pistolensounds von South Central L.A. gesampelt sind, sondern die von Baden-Württemberg. Ob das die gleiche Street Cred hat, sei mal dahingestellt, der Track fließt jedenfalls schön geschmeidig dahin und hat einen lässigen Refrain.

Dass sich TBS musikalisch in letzter Zeit deutlich verbessert haben, hört man am besten bei „Cruisen“, das mit einem coolen Groove punkten kann. Das folgende „Banana“ klingt dann eher forciert, mit dem Holzhammer-Schmäh und der allzu deutlichen Aneignung von HAFTBEFEHL ist das einer der schwächeren Tracks auf „Alpha & Opfah“.

Der Titeltrack zeigt wieder die alte Stärke von TBS (mit dem Allzeit-Diss „Ich bin der Rudelführer / du bist der Nudelberührer“), auch „Lauf Junge“ mit seiner Metal-Lastigkeit sowie „Testosteron“ (der perfekte Motivationstrack für die Muckibude) fallen positiv auf. Mit „Ehrenrunde“ kommt dann auch nochmal ein Highlight, da möchte man glatt nochmal die Schulbank drücken, um direkt wieder von der Schule geworfen zu werden.

Im direkten Vergleich zum Vorgänger fehlt bei „Alpha & Opfah“ gefühlt die Lockerheit und Unbekümmertheit, die TBS ausgezeichnet haben. Die Tracks sind zwar musikalisch noch straighter auf den Punkt gebracht, allerdings so auch austauschbarer geworden. Die unzähligen Wortspiele und Prolo-Humor-Rhymes sind ein bisschen der harten Asi-Attitüde gewichen, man könnte das zusammenfassen als „mehr HAFTBEFEHL, weniger KOLLEGAH“.

Damit ist „Alpha & Opfah“ ein durchaus vergnügliches Album geworden, das aber insgesamt dem Vorgänger nicht ganz das Wasser reichen kann.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Luka (17.05.2019)

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