JORDAN RUDESS - Wired For Madness

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VÖ: 19.04.2019
Bandinfo: JORDAN RUDESS
Genre: Progressive Metal
Label: Mascot Label Group - Music Theories Recordings
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Lineup  |  Trackliste

Nach der letzten DREAM THEATER-Scheibe (Review hier) legt Keyboard Maestro JORDAN RUDESS ein neues Solo-Album vor. Ein sehr fleißiges Kerlchen also. Auf "Wired For Madness" gibt es neben dem im Vordergrund stehenden Keyboard-Spiel auch einige hochkarätige Gäste an den Instrumenten wie z.B. JOE BONAMASSA oder VINNIE MOORE, während die Traumtheater-Bandkumpels JOHN PETRUCCI und JAMES LABRIE auch musikalisch Hallo sagen. Das Album muss man sich schon richtig erarbeiten. Der gesamte Titeltrack mit seinen beiden Teilen umfasst insgesamt knapp 35 Minuten und ist nicht im schnellen Vorbeihören zu beurteilen. Natürlich stehen die Tasteninstrumente hierbei im absoluten Fokus, aber dafür ist es auch ein Solo-Album eines Tasten-Gurus. Dazwischen gibt es aber auch immer wieder fette Gitarrenbretter, die das verkopfte Stück doch etwas auflockern. Mit einem Musikstil ist es bei diesem Ungetüm natürlich nicht getan: Heavy, klassischer Prog, Vaudeville-Einsprengsel und vieles mehr - all das bietet der zweiteilige Titeltrack, wenn man sich denn darauf einlässt. Mich hat das Ganze in seiner Fülle erst einmal ziemlich erschlagen gebe ich zu und das, obwohl ich gediegenen Prog-Rock eigentlich sehr gerne mag. Gegen Ende des ersten gut zehnminütigen Parts gibt sich Meister Rudess auch erstmals gesanglich die Ehre. Die unaufdringliche Stimme passt ganz gut zu diesem ruhigen Ausklang. Part II ist dann eine ganze Ecke verfrickelter und fordert dem Hörer noch mehr Aufmerksamkeit ab. Zwischen den teilweise extrem ausufernden Passagen befinden sich aber auch immer wieder eklektische Vocal-Parts. Auch der Bandkollege James LaBrie gibt sich am Ende die Ehre.

Ab dem dritten Song "Off The Ground" wird es dann eingängiger und die Lieder bewegen sich von der Spieldauer her in gewohnt traditioneller Länge von vier bis sechs Minuten.  Vorgenanntes Stück ist eine ruhige Ballade mit einem melodiösen Refrain, der durchaus massenkompatibel ist. Beim Instrumental "Drop Twist" steht dann wieder verfrickelter Keyboardsound  im Vordergrund, genauso wie beim nachfolgenden "Perpetual Shine". Hier hat es sich der Meister wohl zum Ziel gesetzt, so viele Keyboardsounds in den Song einzupflanzen wie nur irgendwie möglich.

Das bluesige "Just Can't Win" bricht dann aus dem Prog-Konzpot wieder aus. Bläser (aus dem Keyboard?) und JOE BONAMASSA an der Sechssaitigen geben dem Song seine eigene Note. Der Gesang von Jordan stößt hier jedoch an seine Grenzen und ist etwas zu dünn und eintönig auf die lange Distanz gesehen.

"Just for Today"  ist wieder ruhig und pianobetont, plätschert aber auch recht nichtssagend vor sich hin mit ein paar DREAM- THEATER-Anleihen.

Mit dem swingenden "Why I Dream" endet "Wired For Madness", eine Scheibe, die doch recht schwer zu fassen ist. Teil eins ist wohl eher etwas für Hardcore-Keyboard-Fans und Musiker. Die leichter zu verarbeitenden Vocal-Songs sind zeitweise doch etwas nichtssagend und höhepunktsarm. So verbleiben neben dem natürlich bärenstarken Keyboardspiel des Maestros einige starke Passagen und Songs im Ohr haften, zur Bereitschaft, sich das Werk mehrfach hintereinander zu Gemüte zu führen muss man sich aber schon arg zwingen. Ich lege stattdessen dann doch lieber die neue DREAM THEATER auf.

                  



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (02.05.2019)

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