RUSSKAJA - No One Is Illegal

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VÖ: 29.03.2019
Bandinfo: RUSSKAJA
Genre: Ska-Punk
Label: Sony Music Entertainment
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Lineup  |  Trackliste

RUSSKAJA sind langsam eine richtige Institution in der heimischen Musikszene. Die kunterbunte Genre-Mischung, die Sänger Georgij Makazaria, Gitarrist Engel Mayr und ihr Team mit einem glücklichen Händchen für jedes Album neu kreieren, spricht in ihrer fetzigen Polka-Ska-Punk-Rock-Art fast jeden Hörer an. Und damit meine ich nicht nur Leute aus dem Rock/Punk-Genre, sondern auch Volksmusik- oder Helene Fischer-Fans. Die teils bissigen, teils witzigen, teils zum Nachdenken anregenden Texte geben wider, was die Band bewegt, und tragen ihren Beitrag zur Völkerverständigung bei, da es schon mal vorkommen kann, dass ein Song vier Sprachen beinhaltet (Russisch, Englisch, Deutsch und Spanisch).

Wer zum Album noch ein wenig mehr Background-Info möchte, den kann ich gerne auf das aktuelle Interview verweisen.

Nun aber zu meinen Eindrücken vom neuen Album "No One Is Illegal". Die Band macht mit diesem Werk vor allem auf sich aufmerksam, weil sie ihren politischen Standpunkt definiert und vertritt. Das heißt, es kommt textlich zu starken Aussagen, die man als Hörer nicht einfach nur partymäßig mitgrölen soll, sondern man wird angeregt, zu überlegen und darüber nachdenken.

Der Einstieg ins Album wird mit der flotten Rock-Party-Nummer „Love Revolution“ gemacht. Die Schlagworte sind „Change the world with a Love Revolution“, „Stand up and fight the hate“ oder „Love is all we need“. Und somit haben wir auch schon den Grundtenor des Albums textlich festgehalten, nämlich “Liebe” und “Miteinander”, wobei es aber nicht um die Liebe zwischen zwei Turteltauben geht, sondern um das Verhältnis der Menschen zueinander. Mit diesem Song wird auch auf den Punkt gebracht, wofür RUSSKAJA stehen: Ein Lebensgefühl, das alle Menschen verbindet und das keine Grenzen akzeptiert.

Ein wenig Rap, ein wenig Rock, ein wenig Folk – „Druschba You’re Not Alone“ ist eine mitsingbare Hymne in drei Sprachen, zumindest beim englischsprachigen Teil sollte das gut klappen. Es ist ein Song über Freundschaft und dieser wurde passend mit einer befreundeten Band aufgenommen.

„Kein Mensch ist illegal“, ja, das ist ein Song mit Bedeutung, so reißt man Mauern ein und bringt Menschen zusammen. Das Stück mag easy und nach „la-la-la“ klingen, hat es aber in sich. Hier mischt südamerikanischer Mambo beim Akkordeon mit und die Geigen jaulen ganz nach Zigeunerart. Also nicht nur textlich länderübergreifend, sondern auch musikalisch ein Weltenbummler. Im Song verarbeitet die Band, was sie bewegt. Die Thematik der Illegalität betrifft einen Großteil Europas und die Mitglieder von RUSSKAJA haben aufgrund ihres eigenen Backgrounds noch einen ganz persönlichen Einblick und Eindruck zu dieser Thematik. Aussage gibt es in vielen Songs: „Here Is The News“ ist die nächste Nummer, wo beschwingt, aber mit Nachdruck auf „Propaganda“ hingewiesen wird. Man sollte sich wirklich die Mühe machen, zuzuhören und nicht nur abzurocken. Ebenfalls mit Message „Break Down The Wall“. Beschwingt und tanzbar und den multikulturellen Background hervorhebend „Kosmopolit“.

„Give It All Away“ ist ein typischer RUSSKAJA Song, das heißt ganz in ihrem typischen Stil. Es ist eine Mischung aus Russisch und Englisch sowie Rock mit Folk-Anteil (= Akkordeon und Geigenuntermalung). Da es um die Liebe geht, wird die Nummer nicht zu schnell, sondern bleibt gemächlich und emotionell, gekrönt von einem kleinen Gitarrensolo. Ähnlich gestrickt ist „Wild Birds“.
Sanft wird es auf „No One Is Illegal“ nur selten. „Otets“ ist eine schöne Ballade mit Erinnerung an Kindheit und Jugend, die sich langsam zu einem melodischen Stück mit zarter Beschwingtheit entwickelt. Natürlich wieder gut zum Mitsingen bei den Chor-Passagen.

Eine eher untypische Nummer ist „Dance Your Tears Away“, hier ist der Pop-Anteil schon sehr hoch und die einfach gehaltene Harmonie geht ins Ohr und kann viele Anhänger finden. Ach ja, eine Neuauflage des Songs „El Pueblo Unido“ gibt es auch noch auf diesem Album.

Zu guter Letzt noch mal ein Song zum Abfeiern. „The Best Things In Life Are Free“ mischt wieder ordentlich die Stile, das klingt nach Reggae und südlichen Elemente, ist leicht rockig und einfach super zum Mitschunkeln.

RUSSKAJA haben wieder mal bewiesen, dass man auch mit Message nicht knochentrocken bleiben muss, sondern Spaß und Schwung haben kann. Das neue Album ist breitentauglich ausgerichtet, es gibt keine harten Sachen, dafür bei vielen Songs einen Polka-Rock-Beat mit zum Abfeiern. Also auf zum nächsten Live-Konzert!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (30.03.2019)

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