ERIC GALES - The Bookends

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VÖ: 08.02.2019
Bandinfo: ERIC GALES
Genre: Blues Rock
Label: Mascot Label Group - Provogue Records
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Lineup  |  Trackliste

Ziemlich genau zwei Jahre nach dem letzten Machwerk „Middle Of The Road“ schießt Ausnahme-Blueser ERIC GALES mit „The Bookends“ den Nachfolger raus – und feuert dabei aus allen Rohren. Denn die stilistische Bandbreite von ERIC GALES kriegt so schnell kein zweiter Sänger / Gitarrist hin, was wohl auch ein Grund für die ausufernden Lobeshymnen auf den in Memphis geborenen Gitarrenhero ist.

War „Middle Of The Road” schon ein Streifzug durch so ziemlich alle amerikanisch-volkstümlich geprägten Musikstile, wird bei „The Bookends“ noch ein Schippchen draufgeschlagen. Das fängt bei einem unerwartet düster aber unnachahmlich dahinwalzenden Instrumental-Intro an, bevor bei „Something's Gotta Give“ feinster Bluesrock, Soul und Gospel-Chöre mit einem guten Schuss Sozialkritik vermischt werden.

Für das Hammer-Riff auf „Whatcha Gon' Do“ würden andere Gitarristen ihre Großmütter, Onkel und Cousins zweiten Grades zusammen verkaufen, ein herrliches Bass-Solo rundet dieses Album-Highlight ab. Bei „It Just Beez That Way“ steht dann der Funk mal im Vordergrund, zusammen mit den Beatbox-Parts auch wieder ein interessanter Track. Ganz stark dann auch „How Do I Get You“, eine Halb-Ballade, die mit den „Oooh“-Chören im Hintergrund und dem knapp am Schmalzigen vorbei ins Unvergessliche abbiegenden Refrain an die schönsten Balladen von MR. BIG herankommt.

Und die nächsten Höhepunkte folgen sogleich: „Southpaw Serenade“ wechselt zwischen reduziertem Blues der JOHN LEE HOOKER-Schule zu einem ergreifenden Gitarrenduell mit Doyle Bramhall II, „Reaching For A Change“ kanalisiert die rockigen KING’S X Einflüsse und „With A Little Help From My Friends“ ist ein Beispiel für ein perfekt gelungenes Duett mit BETH HART. Wie die gute Dame am Anfang nur begleitet von Bass und Synths Gänsehaut erzeugt, bleibt ebenso sofort im Gedächtnis hängen wie die lässigsten Basslicks auf der Seite von Tennessee.

Das Ende der Scheibe ist dann zwar immer noch gut, aber nicht ganz so herausragend – „Resolution“ ist ein feiner Instrumental-Rocker, der die Klasse von ERIC GALES am Instrument unterstreicht, im Vergleich zu den Songs mit Gesangsparts aber dennoch leicht abfällt, und der Remix von „Pedal To The Metal“ wirkt zum Teil fast schon zu gewollt modern.

Über die gesamte Spielzeit jedoch ist „The Bookends“ das stilistisch breiteste, spannendste und insgesamt bisher einfach beste Album von ERIC GALES geworden. Da kann uns der gute Mann gerne in zwei Jahren mit dem nächsten Album beehren…



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (09.03.2019)

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