WITHERFALL - Vintage - EP

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VÖ: 22.03.2019
Bandinfo: WITHERFALL
Genre: Progressive Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Was, schon wieder Neues von WITHERFALL?

Nach dem Kracher "Nocturnes And Requiems" und dem etwas unentschlossenen Nachfolger "A Prelude To Sorrow" greift man sich altes Material und baut es in Akustikversionen um, bringt zwei Coverversionen mit, rearrangiert einen eigenen Song und macht dem nichtjapanischen Publikum einen Exklusivtrack zugänglich.

"Wozu das Ganze?" ist man geneigt zu fragen. Doch beginnen wir von vorne:

Mit dem "Vintage" - Medley in Akustikversion liegt man zwar nah am Original was den Song an sich betrifft, aber gibt ihm durch die entschärfte Instrumentierung tatsächlich noch eine neue Facette, welche die Traurigkeit des Originals beinahe noch verschärft. Grandios hier das Gitarrenspiel, welches die neoklassischen Ausführungen vom Original souverän in die Konzertgitarrensphäre transportiert. Eine Selbstmordhymne sondergleichen.

Am Ende der EP, mit über 40 Minuten ansprechend bemessen, findet sich quasi zum Vergleich "Vintage" in der Albumversion wieder. Warum auch nicht.,

"Ode To Despair" in der neu arrangierten Version lässt reflexartig nach der Rasierklinge greifen. Hier verhindert aber eine kaum mehr nachzuvollziehende Leistung von Jake Dreyer den Wunsch, dem Schnitter zuvorzukommen. Es werden wohl einige Gitarristen ihren Hobel dem reinigenden Feuer übergeben. Das hat locker das Niveau eines Konzertgitarristen.

Das bisher nur in Japan erhältliche "The Long Walk Home" ist jetzt vielleicht nicht so der Überhit, fährt aber die fatalistische Schiene der Band mit Gusto weiter.

Die beiden Coverversionen kann man so machen, aber wirklich bereichert wird mein Leben dadurch nicht. "A Tale That Wasn´t Right" war schon bei HELLOWEEN ein Plombenzieher vor dem Herren und wird durch die härtere Gitarrenausrichtung und die noch extremeren Vocals (ja, man kann's auch übertreiben - der zweistimmige Gesang hat hier definitiv ein wenig zuviel Freude am Refrain) beinahe eine kleine Parodie. Ob gewollt oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. TOM PETTYs "I Won´t Back Down" ist schon im Original ein fürchterliches Lagerfeuergeklimpere und wird in WITHERFALLS Bearbeitung nicht wirklich großartig verändert.

Die Akustikbearbeitungen  von "Vintage" sind grandios, das Original detto wie auch "Ode To Despair". Damit hätte es sich aber auch schon. Den Rest kann man getrost vernachlässigen.

Derzeit kann im Metal-Bereich kaum jemand so traurige, technische, melodiöse Songs schreiben und spielen wie WITHERFALL. Das sehen wir auch auf der vorliegenden EP. Kann man sich gönnen, muss man aber nicht. Die EP ist eine nette Idee für Komplettisten und ein schönes Brückenwerk mit dem wir die Wartezeit bis zum nächsten Vollrund verkürzen können/wollen/müssen.

Ich freue mich auf ein hoffentlich starkes drittes Album!

 

 

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (18.03.2019)

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