MOTHER OF MILLIONS - Artifacts

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VÖ: 22.03.2019
Bandinfo: MOTHER OF MILLIONS
Genre: Progressive Metal
Label: ViciSolum Productions
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Lineup  |  Trackliste

Keine 18 Monate sind seit dem Release von "Sigma" der griechischen Progressive Rock-Formation MOTHER OF MILLIONS vergangen, nun wird mit dem dritten Longplayer "Artifacts" nachgelegt. Das Album erzählt Geschichten über Ideen und Gefühle als Objekte mit rituellem Wert und kommt dabei etwas ruhiger daher, als noch der Vorgänger. Dass MOTHER OF MILLIONS aber weiterhin ihrem "Rise/Evolve"-Motto eindrucksvoll treu bleiben, zeigt sich schon zu Beginn des Albums.

Das schon vorab veröffentlichte "Amber" sorgt für einen ruhigen Einstieg, besitzt aber die typische MOTHER OF MILLIONS-Steigerung und baut sich wundervoll auf. Besonders angetan haben es mir hier die spannend aufgebauten Gitarrenparts, die gegen Ende zusammen mit den schon anfangs zu hörenden vielstimmigen Vocals in einer Soundwand gipfeln, die mir sofort eine Gänsehaut beschert. Emotion, Harmonie und Dynamik setzen sich in "Rite" und "Soma" fort, ehe es mit "Cinder" weiter geht. Hier wird im letzten Drittel Fahrt aufgenommen und eine der kraftvolleren Passagen tritt zutage. Das höhere Gitarrenaufkommen sollte aber nur ein kurzes Unterfangen werden, gefolgt wird "Cinder" nämlich von einem ruhigen Klavier-Zwischenstück namens "Nema", das den Aufbau jäh abschwächt und wieder  Ruhe rein bringt, dabei aber nicht weniger schön anzuhören ist und mit einem Vollaufgebot an Emotion aufwartet.

"Anchor" ist das Herzstück des Albums und zeichnet sich durch das aus, wofür MOTHER OF MILLIONS stehen: Sich stetig aufbauende Gitarrenwände, wunderbare cleane Vocals von Frontmann George Prokopiou und ein Chorus, der einen verträumt die Augen schließen und andächtig lauschen lässt. Das letzte und namensgebende Stück ist "Artefact"; hier liefert das Quintett ein letztes Mal große Emotionen mit George Prokopious einzigartiger Stimme und überragenden Soundwänden, die mich - begleitet von Gänsehaut - einhüllen und in einem großen, MOTHER OF MILLIONS typischen Finale gipfeln, das so episch und wunderschön ist, wie ich es von den Griechen gewohnt bin.

Fazit: "Artifacts" ist etwas kürzer geraten als "Sigma" und kommt ruhiger und mit weniger progressiver Härte daher. Dadurch haben MOTHER OF MILLIONS aber keineswegs ihre Kreativität eingebüßt, sondern zeigen lediglich, dass sie es spielend verstehen, einen Wechsel zwischen ruhigen, verträumten Klängen und einnehmenden Progressive-Wänden zu erzeugen. Zwar kommt "Artifacts" für mich ganz knapp nicht an den Vorgänger heran, ist jedoch ein absolut gelungener Nachfolger voller Harmonie, Emotion und Kreativität. MOTHER OF MILLIONS sind für mich einfach eine ganz besondere Band im Progressive-Bereich, ich freue mich schon jetzt auf mehr.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (20.03.2019)

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