MEADOWS END - The Grand Antiquation

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VÖ: 08.03.2019
Bandinfo: MEADOWS END
Genre: Melodic Death Metal
Label: Black Lion Productions
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Lineup  |  Trackliste

Ich habe große Lust, Teile meines Reviews für „Sojourn“ aus 2016 zu kopieren. Nicht, weil ich schreibfaul bin, sondern weil einfach alles genau so zutrifft wie damals geschrieben (Link hier). MEADOWS END stehen noch immer für großartigen Melodic Death Metal mit rammenden Riffs, brutalem Bass, wütendem Growling und Geröhre, sowie der dazugehörenden Kombination aus feiner symphonischer Orchestrierung und zartem Gesang. Es zählt das harmonische Gesamtbild, die Songs sorgen immer wieder für wohltuendes Aufhorchen und/oder heftiges Mitgrölen. Beim Songwriting versteht die Band es grandios, die Gegensätze aus hart und zart zu einer überzeugenden Ganzheit zusammenzufügen, die sowohl Symphonic-Fans als auch Death-Fans begeistert. Trotzdem es die Band nun fast 20 Jahre lang gibt, schaffen sie es ohne Schwierigkeiten einen modernen Extrem-Metal abzuliefern, der mit den aggressiven Vocals die Wut und Ohnmacht vieler ausdrückt, vergessen aber andererseits nicht, uns mit einem Augenzwinkern zu zeigen, dass alles doch nicht so tierisch ernst ist und man auch die schönen Dinge im Leben sehen soll (siehe Video zu „Non-Dreaming Eye“ – schließlich ist das Filmen eines Videos im Saunastadel eines Wellnes-Resorts nicht Alltagsgeschäft einer Death Band).

Für den Opener „Devilution“ haben sich MEADOWS END einen bekannten Gastspieler geholt, nämlich Tommy ReinXeed von SABATON. Er liefert das Gitarrensolo für den hymnischen Opener des neuen Albums. Keyboards und sphärische Chöre liefern sich mit extrem heavy groovenden Gitarren und Growling ein unter die Haut gehendes Wechselspiel.

Einen ganz ruhigen Mittelteil gibt es beim Song „Storm Of Perdition“. Das Gitarrensolo, das diesen Part begleitet, ist angepasst ruhig und harmonisch und steigert sich langsam mit dem Chor zum nächsten Growling-Einsatz. Die Übergänge sind nur selten hart, und wenn, dann ist es ein Mittel, um Akzente zu setzen.

Mein Favorit: „Svept I Sorgepläd“. Ein episches Werk mit opernhaften Höhepunkten und Chören neben den feingeschliffenen Riffs und dem ausdrucksstarkem Growling-Gesang. Optisch wunderschön in einem Wandervideo mit viel Natur und Ruhe umgesetzt, das die Dualität des Songwritings widerspiegelt. Man bekommt richtig Lust, die heimischen Wälder zu besuchen.

Wild und aggressiv der hämmernde Doublebass vom Schlagzeug und gleichzeitig langsam und getragen die Riffs und orchestralen Einsätze. Bei „Night’s Bane“ kommen die Gegensätze zuerst nicht hintereinander sondern laufen parallel, bevor der Song mit langsamen Takten ausklingt und zu „Non-Dreaming Eye“ mit dem nächsten epischen Songstart überleitet. Wie schon oben gesagt: Video ansehen. Es zeigt am besten die Essenz der Schweden.

Was haben wir noch: „Her Last Sigh Goodbye“ könnte instrumental auch von einer Symphonic Metal Band stammen, nur die Growls drücken den Death-Stempel auf. „The Insignificance Of Man“ überrascht mit startendem cleanem Gesang und einem Pianoteil im Mittelstück. Der letzte Song des Albums „I Stilla Vemod Vandra“ ist nicht ganz so bombastisch, sondern sorgt für einen langsamer geratenen Ausklang und fällt ein klein wenig gegenüber den anderen Songs ab.

Wenn man sich durch die Alben von MEADOWS END hört, fragt man sich, warum sie nicht ähnlich erfolgreich sind wie AMON AMARTH und andere nordische Kollegen, weil sie in einer Liga unterwegs sind - vielleicht nicht ganz auf diesem Level, aber nichtsdestotrotz sehr, sehr gut. Das neue Album „The Grand Antiquation“ ist für alle anhörenswert, die auf diese Richtung stehen, nämlich nicht ganz so aggressives Death-Songwriting kombiniert mit feinsten Keyboardklängen und orchestraler Inszenierung sowie perfekten Harmonien von Growling und sphärischen Chören.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (07.03.2019)

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