EWIGKEIT - DISClose

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VÖ: 23.02.2019
Bandinfo: EWIGKEIT
Genre: Melodic Death Metal
Label: Death To Music
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Lineup  |  Trackliste

Bedenkt man, dass EWIGKEIT eigentlich Mitte der Neunziger Jahre als Death Metal-Projekt gestartet wurde, ist es umso erstaunlicher, dass James „Mr.Fog“ Fogarty seine Ein-Mann-Kapelle im Laufe der Jahre immer mehr in Richtung des bombastischen Space-Rocks, garniert mit einem Sahnehäubchen Death und einer Idee melodischem Industrial, geführt hat. Der bekennende Science Fiction- und Ufo-Nerd hat sich auf seinem achten Output „DISClose“ (gehört übrigens genau SO geschrieben, und nicht anders!) natürlich auch wieder seinem Lieblingsthema gewidmet und seine Weltraumtheorien in sieben Songs gepackt – quasi Space Night für schlaflose Metalheads. Musikalisch hat der Multiinstrumentalist wieder mal nichts anbrennen lassen, die Produktion ist transparent und drückt fett nach vorne, hat aber einen warmen organischen Unterton, der gottlob nichts von diesem „überproduziert“ hält, was das Projekt anfangs eventuell verspricht. Die Arbeit mit …IN THE WOODS dürfte dem sympathischen Briten auch sehr weitergeholfen haben, was sein (eh schon immer sehr ausgeprägtes) musikalisches Selbstbewusstsein betrifft. Und so hört man hier Melodien, die man durchaus auch auf „Cease The Day“ hören hätte können. Theoretisch.

Die Parallelen zu den norwegischen Epik-Pionieren werden hier nicht nur durch die immer krass melodiösen Gitarrenläufe transparent, sondern auch durch den wechselnden Growl/Clean-Gesang und vor allem durch die über jeden Zweifel erhabenen Refrains. Überhaupt zeigt sich hier immer wieder das immense Gespür von Fogarty für die große, aber stets unpathetische musikalische Geste, die Melodien für die Ewigkeit (sic!). Man mag es oft ein wenig vorhersehbar nennen, aber es sind am Ende immer Melodien, auf die man sich bei jedem neuen Durchlauf wieder von Neuem freut wie der Hund auf den saftigen Knochen. Da die Scheibe durchwegs ein außerirdisch hohes Niveau halten kann, ist es auch schwer, Highlights heraus zu picken – denn „DISClose“ ist ein Highlight als solches. Dennoch würde ich etwa „Guardians Of The High Frontier“ als Prototyp, als Blaupause hernehmen (siehe und höre Video unten). Und irgendwie kann man James schon fast als die britische Version eines DEVIN TOWNSEND bezeichnen – mit ähnlicher Intensität und ungehemmter Scheißdrauf-Attitüde erschafft der Musikfreak aus Brighton sein eigenes Musikalisches Universum,  das ähnlich wie beim kanadischen Pendant sowohl einzigartig ist als auch höchsten Wiedererkennungswert besitzt (sprich: sich im Gehör gnadenlos festbeißt…).

Der einzige Wermutstropfen an „DISClose“ ist vielleicht die Tatsache, dass es zu knapp hinter der aktuellen …IN THE WOODS-Platte rausgeschossen wurde, aber wenn jemand so gottverdammt kreativ ist, dann soll er es halt auch raus lassen können bitte! Danke. Live werden wir EWIGKEIT wohl nicht erleben, was zwar irgendwo schade ist, aber immerhin kann der geneigte Musikliebhaber mittlerweile aus acht Scheiben irgendwo in der Quersumme aus DARKTHRONE und HAWKWIND wählen, von Fogartys anderen Projekten wie JALDABOATH, OLD FOREST oder THE BOMBS OF ENDURING FREEDOM will ich da noch gar nicht mal ansatzweise sprechen. Menschen mit Liebe zum melodisch-epischen Space-Geplätscher sollten hier schnell zugreifen, ebenso Freunde der verschroben-schwarzen Death-Mucke. Und alle, die EWIGKEIT bislang noch nicht kannten: Auf die Knie, ihr Würmlinge!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (23.02.2019)

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