HERMAN FRANK - Fight The Fear

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VÖ: 08.02.2019
Bandinfo: HERMAN FRANK
Genre: Hard Rock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Zuerst einmal muss ich zugeben, dass ich bei dem Namen der vorab veröffentlichten Single "Fear" zunächst an den gleichnamigen Buchtitel über den derzeitigen Inhabers des Oval Office in Amerika denken musste. Auch sonst wartet die Tittenliste [mit freundlichen Grüßen ans Lektorat] des neusten Werks aus dem Hause HERMAN FRANK mit allerlei sehr beeindruckenden, wenn nicht geradezu furchteinflößenden Titeln auf. Ob dies auf die derzeitige düster werdende politische Lage in mehreren westlicheren Ländern anspielt sei aber erst einmal dahingestellt.

Denn zuerst möchte ich mich dem zuwenden, was man bei dieser Scheibe musikalisch so "auf die Ohren" bekommt: Wo HERMAN FRANK drauf steht, da ist auch HERMAN FRANK drin, das lässt sich nicht bestreiten. Denn am Rezept hat sich nicht viel geändert und doch hat mich dieses neue Album sehr viel mehr mitreißen können, als die drei Diesem vorausgehenden Scheiben. Das liegt vor allem daran, dass die Komposition der Gesangslinien auf der Gesamtlänge des Albums stärker ist. Vielleicht aber auch daran, dass sich die Band, die ja nun schon eine Weile in dieser Konstellation besteht und so auch schon einige Live-Shows bestritten hat, inzwischen spielerisch ihre eigene Mitte gefunden hat. Den größten Anteil daran hat jedoch auch, das die klangliche Qualität der Scheibe dieses Mal im Gegensatz zu den vorigen Scheiben keine Wünsche offen lässt. Ob dies nun an Produktion, Mix und oder Mastering liegen mag kann ich nicht genau sagen. Alles in allem klingt es jedoch ziemlich fett und gleichzeitig klar definiert. Dem gerecht werdend was man mit den Live-Auftritten der Band und einem großen Namen Herman Frank verbindet. Damit haben sie für mich persönlich auch das ausgemerzt, was an den letzten Alben mein einziger Wermutstropfen war.

Mit "Until The End" startet die Band ziemlich fett in die Platte. Der textlich ziemlich düstere Song, und für mich auch bereits erste Höhepunkt der Platte, ist auch musikalisch ein guter Einstieg. Der potientelle Hörer weiß hiermit gleich, was er geliefert bekommt. Nämlich klassischen, bretternden Heavy Metal. Wo "Until The End" textlich mit dem Wegschauen von einer drohenden Zerstörung der Erde durch die Menschheit angefangen hat, geht es bei "Fear" und "Terror" ähnlich düster weiter. Aber es ist ja schließlich auch kein Happy Metal! Nicht umsonst hört das Album auf den Namen "Fight The Fear" und nicht "Let's Party" oder ähnliches. Und doch könnte man "Fight The Fear" textlich wohl fast als "Weltverbesserungsalbum" bezeichnen!

"Sinners", die erste Single-Auskopplung der Platte kann mich bis Heute nicht wirklich begeistern auch wenn sie qualitativ nicht schlechter ist als der Rest der Platte, vermag sie mich doch nicht so sehr mitzureißen wie die anderen Songs und ist für mich daher einer der wenigen Tiefpunkte des Albums. Dem folgt jedoch einer meiner persönlichen Favoriten: "Hatred". Daran ist hauptsächlich der Text des Liedes Schuld, welcher auch sehr weltverbesserisch dazu aufruft dem derzeit wohl allgegenwärtigen Hass etwas entgegenzusetzen. Und man mag mich nun als Hippie bezeichnen, aber das ist eine noble und richtige Message und zeigt, dass es sich doch lohnt mal öfter genauer den Songtexten zu lauschen.

Aber auch wenn man davon nichts wissen möchte und einfach nur die Musik genießen will, tut dies dem Album keinen Abbruch. Denn neben dem musikalisch über die fast komplette Länge sehr starken Werk, kommen auf "Fight The Fear" auch Refrains, die einfach nur zum Mitsingen anregen nicht zu kurz, wie beispielsweise in "Hitman" oder "Stay Down". Okay, mit dem Mitsingfaktor hat man es dann bei "Are You Ready?" allerdings etwas übertrieben. "Wings Of Destiny", für mich ein weiterer Schwachpunkt des Albums, klingt, vergleicht man es mit optischer Kunst, ein wenig, als sei dem Künstler ein Farbeimer auf der Leinwand umgefallen. Denn auch wenn sich erahnen lässt wie der Plan aussah, das chromatische Gitarrenspiel in die Gesamteinheit des Liedes einzupassen, ist man hier deutlich am Ziel vorbeigeschossen. Leider! Und doch hält dieser Eindruck nicht lange an, denn spätestens mit der abschließenden Ballade - mutig soetwas ans Ende zu setzen - zeigt sich wieder die volle Stärke der Band! Denn wo sich andere die Zähne ausbeißen ist das Balladen schreiben und spielen eine der Stärken von HERMAN FRANK. Ja selbst mir, der ich sonst mit Balladen bei Rock- und Metalbands oft auf Kriegsfuß stehe, gefallen die langsameren Songs aus der Feder Herman Franks.

Auch wenn auf der Platte HERMAN FRANK steht und damit auch sein Gitarrenspiel gut im Mittelpunkt der Platte steht, finde ich es doch schön, dass man merkt, dass die gesamte Band inzwischen zu einer guten Einheit zusammengewachsen scheint und, dass jeder Musiker auf diesem Album sein Können unter Beweis stellt! Eindeutige Kaufempfehlung für Alle, die klassischen Heavy Metal mit stampfenden Riffs mögen. Auch Liebhaber ausufernder Gitarrensoli kommen bei dieser Platte natürlich voll auf ihre Kosten, wobei positiv zu erwähnen sei, dass dies im Gegensatz zu anderen Künstlern bei Herman Frank erstaunlicherweise auch auf die Dauer nicht langweilig wird!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Marc Folivora (07.02.2019)

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