ALL GOOD THINGS - Machines

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VÖ: 08.02.2019
Bandinfo: ALL GOOD THINGS
Genre: Alternative Rock
Label: Superpop.Co
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Lineup  |  Trackliste

Habt ihr schon mal was von ALL GOOD THINGS gehört? Nein? Diese kleine Schreiberlein nämlich bis gerade eben auch nicht. Dabei haben bestimmt so einige uns bereits unwissentlich den einen oder anderen Song oder Songschnipsel dieses Musikerkollektivs aus LA, das nun auch als „richtige“ Band in Erscheinung tritt, schon einmal gehört. Denn die Songs, die ALL GOOD THINGS unter der Bezeichnung „Battle Rock“ zunächst nur in der Sicherheit des Studios kreierten, schafften es recht schnell in diverse potente Produktionen, von TV und Serien (Prison Break, Bones) über Werbespots, Soundtracks und Videogames bis hin zu Live-Sport-Events und Sports Entertainment (WWE Smackdown) und generierten auf Spotify über 250.000 monatliche Hörer. Ein Gutteil dieser Hörer sitzt auch im deutschsprachigen Raum, weshalb wir nun auch hierzulande in den Genuss deren Debütalbums „Machines“ kommen.

Doch taugt eine Band, die ihre Wurzeln klar im Mainstream hat und daneben auch noch ihre Fanbase überhaupt erst durch Streamingdienste aufbaute, auch etwas für uns Rock- und Metalfans? Das gilt es herauszufinden!

Zunächst einmal beleuchten wir natürlich die Leute, die hinter der Band stehen (Namedropping-Alarm!): Da hätten wir zum einen Sänger Dan Murphy (THE GOODNIGHT), sowie dessen Kollegen Miles Franco an der Gitarre und Drummer Tim Spier – letzterer dürfte auch von der KYLE GASS BAND ein Begriff sein. Weiters involviert sind Phil X (BON JOVI, ROB ZOMBIE, HALESTORM) sowie eine Latte weiterer MusikerInnen, die ebenfalls mit klingenden Namen zusammenarbeiten oder -arbeiteten: Liz Hooper (AVRIL LAVIGNE, BRITNEY SPEARS), Adam Longland (KATY PERRY), Andrew Bojanic (AVRIL LAVIGNE), Randy Cooke (RINGO STARR, IAN GILLAN). Wer von diesen Querverweisen nun abgeschreckt ist, der höre bitte an dieser Stelle gleich auf zu lesen. Wessen Interesse geweckt ist, für den geht es weiter im Text.

Denn startet man das Album gänzlich ohne Erwartung, doch mit Befürchtungen hinsichtlich schwachbrüstigem Geseier, wird man gleich als Einsteiger vom Titeltrack „Machines“ äußerst positiv überrascht. Dieser beginnt nämlich mit satten Gitarren und mächtig dicken Eiern und bleibt mit starkem Refrain schnell hängen, selbst wenn die Strophen wie erwartet etwas glatt ausfallen. In dieser Tonart geht es dann auch weiter – es regiert das Wechselspiel zwischen kernigen, fast schon Industrial-artigen Riffs („Break Through This Wall“), Nu-Metal-Anleihen („For The Glory“), groovigen Rockern mit 80er-Schlagseite („Born Ready“) breitentauglichen Powerballaden („What Have I Become“) und poppigen Ohrwürmern („We Shall Overcome“).

Am stärksten agieren ALL GOOD THINGS, wenn sie samtige, breitentaugliche Alternative-Klänge mit harschen Passagen mit ordentlichem Arschtritt mixen, wie in „Four Letter Words“, in welchem die Stilistik äußerst gut funktioniert, da sie einerseits die Härte für Mainstream-orientierte Hörer gut dosiert, aber gleichzeitig noch immer genügend Pfeffer im Arsch hat, um auch den Anhängern gitarrenschwangerer Musik zu gefallen. „Burn It Up“ schielt gar ein wenig in corige Gefilde, mit brauchbaren Shouts, die im Kontext des Albums ordentlich Wetter machen. Überraschendes gibt es in der durchaus radiotauglichen, melancholischen Ballade „Beginning Of The End“ zu entdecken, die im hinteren Drittel zwischendurch noch eine ordentliche Ladung Härte durch Stromgitarren und aggressiven Gesang mitbekommt.

ALL GOOD THINGS sind eine Konsensband, die perfekt auf der Kante zwischen Mainstream und Rock/Metal tanzt und dabei streckenweise um einiges mehr Härte mitbringt, als die drölfzigtausendste nordische Melodic-Rock-Band. Man weiß zwar nicht so genau, wer genau wann was an diesem Album eingespielt/beigesteuert hat, was Freunde puristischer Selfmade-Musik vielleicht abschrecken mag, doch unterm Strich ist das eigentlich sogar ziemlich fein, was ALL GOOD THINGS da auf ihrem Debüt „Machines“ zusammengeklebt haben. Wer hätte das gedacht! Scheuklappen ablegen, meine Damen und Herren!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (14.01.2019)

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